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Freunde

Das Team von Grow.Green.India

Ruchika Chitravanshi und Idrees Lone waren unter den sechs glücklichen Austausch-Stipendiaten der Robert-Bosch-Stiftung aus Indien, die an einem Medientraining der DW Akademie in Bonn teilnahmen.

Ruchika Chitavanshi in der DW Akademie

Ruchika Chitavanshi arbeitet für die indische Wirtschaftszeitung Business Standard.

Für ihren siebenwöchigen Aufenthalt in Deutschland hatten sie einiges im Gepäck: Neugier auf die anderen Teilnehmer, Vorfreude auf das Projekt, aber auch eine Portion Sorge und Vorurteile gegenüber dem Gastland.

Ruchika Chitravanshi, Wirtschaftsjournalistin, und Idress Lone, Journalist auf dem Fachgebiet konflikt-sensitiver Journalismus, nutzten im Gespräch mit My DW die Gelegenheit, ihren Aufenthalt Revue passieren zu lassen. Sie erzählten von ihren Eindrücken in Deutschland, wie ihre Voreingenommenheit schnell verblasste und erweckten nebenbei großes Fernweh nach ihrer Heimat Indien.

Erste Eindrücke in Deutschland

Lone: Alle erzählten uns, dass die Deutschen unfreundlich seien und uns eine harte Zeit bevorstünde. Wir kommen aus einem Land, in dem jeder überfreundlich ist.

Chitravanshi: Herzlichkeit und Gastfreundschaft sind hohe Werte, die wir mit Indien verbinden. Also habe ich das genaue Gegenteil von Deutschland erwartet. Und ja, die Deutschen sind reserviert, aber wir haben auch das absolute Gegenteil erlebt.

Fotografiert von einem Gruppenmitglied
Beschreibung: Gruppe von sechs indischen Stipendiaten, die im Rahmen eines gemeinsamen Stipendiums von Robert-Bosch-Stiftung und DW Akademie sechs Wochen lang nach Deutschland gereist sind und verschiedene journalistische und interkulturelle Trainings absolviert haben. Projektmanager waren Patrick Benning und Sabina Casagrande.

Erlebte das Gegenteil seiner Vorurteile: Idress Lone genießt die Gesellschaft der freundlichen Damen in Trachten.

Lone: Es fing schon am ersten Tag an. Wir verpassten unsere Haltestelle. Eigentlich hätten wir in Bonn aussteigen müssen, was wir nicht wussten, und fuhren stattdessen weiter bis nach Köln. Dort gaben uns einige Leute ihre Handys, damit wir telefonieren konnten. Wir wurden also gleich nach unserer Ankunft mit einem Problem konfrontiert, aber die Menschen waren sehr hilfsbereit. So verschwanden die Vorurteile, die wir vorher hatten, schnell aus unserem Gedächtnis.

Chitravanshi: Außerdem erzählte man mir, dass mich das deutsche Bahnsystem überfordern würde. Ich weiß, dass Deutsche sich schon beschweren, wenn sich ein Zug um nur fünf Minuten verspätet. Aber kommt erst mal nach Indien, das wird richtig nervig.

Lone: Bei uns verspäten sich die Züge manchmal um 24 Stunden.

Das Beste in Deutschland

Chitravanshi: Berlin. Ich liebe Berlin. Die Stadt ist sehr lebendig.

Das Grow.Green.India-Team vor dem Brandenburger Tor in Berlin.

Das Grow.Green.India-Team vor dem Brandenburger Tor in Berlin.

Lone: Berlin ist meine Lieblingsstadt geworden. Sie ist modern und historisch zugleich. Das macht sie sehr interessant. Und die Stimmung, die die Stadt versprüht, ist unglaublich.

Chitravanshi: Bonn ist dagegen ein sehr gemütlicher Ort. Jedes Mal, wenn wir hierher zurückkehren, fühlt es sich wie "zu Hause" an. Es ist uns schon vertraut. Durch unseren Aufenthalt hier, haben wir nicht nur Deutschland kennengelernt, vielmehr hat es uns auch geholfen, Indien besser zu verstehen. Wir sehen die Dinge nun aus einer anderen Perspektive.

Besonderheiten in Indien, die niemand verpassen sollte

Chitravanshi: Das Essen. Man sollte unbedingt das indische Essen probieren. Ich persönlich liebe scharfes Essen, wie "Mughlai".

Lone: Ich bevorzuge punjabische Gerichte und "Wazwan", eine traditionelle Küche Kashmirs. Wazwan ist ein 36-Gänge Menü, das zu besonderen Anlässen serviert wird, beispielsweise auf Hochzeiten.

In this Thursday, Dec. 8, 2011 photo, a bird's eye view of Red Fort and Jama Mosque are seen from one of the minaret of the Mosque in New Delhi, India. It was a century ago in 1911, in a tent city of 25,000 people built on the plains of north India, that King George V who came to India to be crowned Emperor stood before princes and maharajahs, soldiers and bureaucrats, and made a surprise announcement that Delhi would be the new capital of India. But in a country where just about any anniversary is cause for an official celebration this obvious one is slipping past nearly unnoticed. There are no parades or festivities to mark the Dec. 12, 1911 announcement. (Foto:Manish Swarup/AP/dapd)

Die Festungs- und Palastanlage Red Fort in Delhi.

Chitravanshi: Man sollte unbedingt das Red Fort Monument und die Humayun Grabstätte in Delhi gesehen haben. Und dort auch den Sarojini Nagar Markt besuchen. Hier sind alle Kulturen, die es in Indien gibt, vertreten. Er ist ein Schmelztiegel der kulturellen Vielfalt; es gibt Lebensmittel, Handwerksstücke und Textilien aller in Indien vertretenen Kulturen.

Lone: Und man sollte es auf keinen Fall verpassen, sich einen Bollywood-Film anzuschauen. Er repräsentiert in gewisser Weise unsere Gesellschaft.

Chitravanshi: Bollywood ist zwar ein großer Teil unserer Kultur, aber er repräsentiert nicht ganz Indien. In den Filmen wird oft übertrieben: die Farben, das Singen und Tanzen. Und ja, Inder sind sehr emotional und manchmal dramatisch; das stimmt schon. Aber man wird Indien nicht mit einen Bollywood-Film kennenlernen.

Farbenschlacht während des Holi.

Farbenschlacht während des Holi Festes - eines der vielfältigen indischen Bräuche.

Indische Bräuche, Traditionen und Feierlichkeiten

Chitravanshi: In Indien gibt es jeden Monat ein Fest - entsprechend der verschiedenen Kulturen und Glaubensrichtung, die es bei uns gibt.

Lone: "Holi" ist das Fest der Farben, an dem wir Farbenschlachten veranstalten. Es ist unglaublich schön. "Diwali" ist das Fest des Lichts oder das hinduistische Weihnachtsfest. Zu dieser Zeit werden die Häuser im ganzen Land beleuchtet. Dann gibt es noch "Eid". Dieses Fest wird, aufgrund der großen muslimischen Bevölkerung Indiens, im ganzen Land gefeiert.

Fazit der Deutschland-Impressionen

Fotografiert von einem Gruppenmitglied
Beschreibung: Gruppe von sechs indischen Stipendiaten, die im Rahmen eines gemeinsamen Stipendiums von Robert-Bosch-Stiftung und DW Akademie sechs Wochen lang nach Deutschland gereist sind und verschiedene journalistische und interkulturelle Trainings absolviert haben. Projektmanager waren Patrick Benning und Sabina Casagrande.

Das Medientraining in der DW Akademie: lehrreich auch für die persönliche Entwicklung.

Chitravanshi: Auf dieser Reise habe ich sehr viel über mich selbst gelernt. Und natürlich neue berufliche Erfahrungen gesammelt, die mir helfen, eine bessere Journalistin zu werden.

Interview und Text: Mona Emamzadeh
Bearbeitung: Jeanette Müller

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