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"Ärzte ohne Grenzen" verlassen Sudan

29. Januar 2015

Gegenwind für humanitäre Unterstützung: Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen wird im Sudan nach eigenen Worten systematisch blockiert - obwohl sie dort dringend gebraucht wird. Deshalb zieht sie jetzt die Reißleine.

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Helfer(in) in MSF-T-Shirt mit einem Säugling auf dem Arm (Foto: AFP)
Bild: AFP/Getty Images/H. Mcneish

Wegen gravierender Probleme mit den Behörden und erheblicher Behinderungen bei ihrer Arbeit hat die belgische Sektion der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" (MSF) ihren Rückzug aus dem Sudan angekündigt.

"Die sudanesische Regierung macht es MSF systematisch unmöglich, in den Bundesstaaten Blauer Nil, Ost-Darfur und Süd-Darfur medizinische Versorgung zu gewährleisten, obwohl wir dort verzweifelt gebraucht werden", heißt es in einer Mitteilung der Organisation.

"Regierung behindert internationale Hilfe"

In den betroffenen Regionen lebten Hunderttausende als Vertriebene, die dringend Hilfe benötigten. "Ob wir nun versuchen, durch Dialog Zugang zu den Gebieten zu bekommen, oder durch Verhandlungen mit Hilfe einflussreicher Partner oder ob wir uns an die Medien wenden - nichts scheint zu wirken", sagte MSF-Direktor Bart Janssens in Brüssel. "Unsere Erfahrung lehrt uns, dass die sudanesische Regierung Treffen arrangiert, um internationale Hilfe zu behindern, und nicht, um sie zu erleichtern."

In der Region Darfur im Westen des Landes war 2003 ein blutiger Bürgerkrieg zwischen verschiedenen Volksgruppen und der Regierung in Khartum entbrannt. Mehrere Millionen Menschen wurden seither vertrieben und Hunderttausende getötet. Der Südsudan hatte sich im Jahr 2011 für unabhängig erklärt.

jj/SC (dpa, rtr)