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Zarte Blüten im arabischen Frühling

11. November 2012

Nach den politischen Umwälzungen können die meisten Länder des Arabischen Frühlings auf eine Erholung ihrer Wirtschaft hoffen. Das sagt der Internationale Währungfonds voraus, warnt aber auch vor Risiken.

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Ouvrières sur l’un des sites tunisiens de l’entreprise allemande Leoni (Câblage automobile), Sousse, Tunisie / Arbeiterinnen in einem der tunesischen Standorten der deutschen Firma Leoni AG (Autokabel), Sousse, Tunesien Foto DW/ Anne-Julie Martin 23 janvier 2012 / 23. Januar 2012
Tunesien Arbeiterinnen bei der Firma Leoni AG in SousseBild: DW

Die Rückkehr zu mehr politischer Stabilität werde das Wachstum in Ägypten, Marokko, Tunesien, Jordanien und im Jemen 2013 etwas anschieben, erklärte der Internationale Währungsfonds (IWF) in seiner Herbstprognose für den Nahen Osten und Nordafrika. Der IWF sagt den fünf Ländern einen Anstieg der Wirtschaftsleistung von insgesamt 3,6 Prozent im nächsten Jahr voraus. Das wäre ein deutliches Plus nach schätzungsweise 2,0 Prozent in diesem Jahr.

Flaute aus Europa

Allerdings sieht die Organisation nicht nur Licht, sondern auch Schatten. So heißt es, in dem IWF-Bericht, die Konjunkturflaute in Europa und anderen Regionen werde die Zuwächse begrenzen. Zudem werde die Arbeitslosigkeit weiter steigen, und die Exporte aus der Region hätten die Talsohle noch nicht erreicht. Auch die hohen Lebensmittel- und Treibstoffpreise machten den Ländern zu schaffen. Vor allem in Ägypten und Marokko drohe ein Anstieg der Inflation.

Wie geht es weiter in den Golfstaaten ?

Unklar ist, wie sich die Wirtschaft in den ölreichen Golfstaaten entwickelt. Hier könnte das Wachstum durch politische Veränderungen im Zuge des Arabischen Frühlings beeinflusst werden. Zwar konnten die Proteste im Oman 2011 durch ein staatliches Beschäftigungsprogramm und eine Kabinettsumbildung beendet werden. Doch in Kuwait gingen in den vergangenen Wochen Zehntausende auf die Straße, um gegen das neue Wahlgesetz zu protestieren.

In Bahrain ist die Konfrontation zwischen den Königstreuen und der Opposition, die im Frühjahr 2011 begonnen hatte, noch immer nicht beendet. In Saudi-Arabiens ölreicher Ost-Provinz begehren die Schiiten weiter gegen König Abdullah auf. In den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Katar wurden jüngst mehrere lautstarke Kritiker verhaftet, um mögliche Proteste im Keim zu ersticken.

haz/sc (rtr, dpa)