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Musik

"Yarabba ssalami - Shalom aleichem": Frieden für alle

George Khoury war viele Jahre lang in der arabischen Redaktion tätig. Seit 20 Jahren singt er im DW-Chor. Und obwohl er im Ruhestand ist, hat er das Singen nicht aufgegeben - denn seinen Bass möchte niemand missen.

"Ich komme aus dem Heiligen Land", sagt Khoury und nickt bedächtig mit dem Kopf. "Ich bin in Palästina geboren und im Libanon und in Syrien aufgewachsen. Die Christen dieses Teils der Erde sind die ältesten Christen der Welt, was man heutzutage leider sehr oft vergisst."

George Khoury ist ein nachdenklicher Mensch. Es ist ihm wichtig zu klären, wo die Ursprünge der Christenheit liegen. "Die heutigen Staaten in dieser Region sind das Ergebnis der Kolonialherrschaft und des I. Weltkrieges; es wurden künstliche Grenzen geschaffen, wo es vorher keine gab", sagt er. "Bis heute haben die Menschen oft noch enge familiäre Verbindungen in die Nachbarländer."

Christen leben heutzutage allerdings kaum noch im Nahen Osten. Ende des 19. Jahrhunderts waren es um die 20 Prozent, jetzt sind es vielleicht noch zwei. "Wir sind die absolute Minderheit im Heiligen Land", bestätigt Khoury und führt zwei Gründe dafür an. "Zum einen bekommen die Christen weniger Kinder als Muslime und Juden, zum anderen wandern viele aus, weil sie keine Zukunft für sich sehen."

Es ist die Angst, die die Menschen vertreibt: Angst vor radikalen Islamisten ebenso wie vor jüdisch orthodoxen Fundamentalisten. "Und sogar unter den Christen läuft nicht alles harmonisch, es gibt Reibereien zwischen den verschiedenen Konfessionen von Katholiken bis hin zu Vertretern der Auferstehungskirche. "Ich kann das nicht nachvollziehen", sagt Khoury, "wir sind doch alle Christen."

Und diese Christen im Heiligen Land haben längst orientalische Riten entwickelt. "Wir haben auch eine reiche Musikkultur. Allerdings kennt die arabische Musik die Vielstimmigkeit nach westlichem Muster überhaupt nicht."

Im DW-Chor hat George Khoury schon so manches Lied aus seiner Heimat vorgestellt. Und gerade zu Weihnachten ist es ihm wichtig, ein Lied über den Frieden anzustimmen. "Yarabba ssalami" und "Shalom aleichem" sind eigentlich zwei verschiedene Weisen; die eine stammt aus Palästina, die andere aus Israel. Doch in beiden wird Gott gebeten, die Herzen mit Frieden zu füllen. "Es ist eine sehr schöne Idee, diese beiden bekannten Lieder zu einem verschmelzen zu lassen", findet Khoury. "Wie ein musikalisches Symbol der Versöhnung sozusagen."

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