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Wirtschaft

Wie viel soziale Verantwortung haben Unternehmen? - Ein Vergleich

Wie wird soziale Verantwortung von Unternehmen in verschieden Erdteilen wahrgenommen? DW-WORLD hat verglichen und gibt Einblicke in unterschiedliche Unternehmenskulturen.

Kind schiebt Baukarre

Kinderarbeit gehört vielerorts noch zum Alltag und zeugt von sozialer Verantwortungslosigkeit von Unternehmern

Die Arbeitsminister der G8-Staaten diskutieren in Dresden über die sozialen Auswirkungen der Globalisierung und die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Die bis zum Dienstag (8.5.) dauernde Konferenz im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft wird von Arbeitsminister Franz Müntefering geleitet und steht unter dem Motto "Kräfte bündeln für ein soziales Europa - für eine soziale Welt". Wie sieht es aber mit der in der globalisierten Welt aus? Gelten etwa in Lateinamerika oder in den arabischen Ländern die gleichen Maßstabe wie in Deutschland oder in den USA? Wie wird CSR (Corporate Social Responsibility = soziale Verantwortung von Unternehmen) von Unternehmern in verschieden Erdteilen wahrgenommen? Ein Überblick:

Deutschland

Deutschland hat einen guten Ruf zu verlieren. Es gibt eine gute alte Tradition, dass sich Unternehmen um die Belange der Menschen im Lande kümmern. Christlich oder sozialethisch motivierte Unternehmen sahen es schon im 19. Jahrhundert als ihre Pflicht an, den Arbeitern nicht nur Lohn, sondern auch Renten und andere Sozialleistungen zur Verfügung zu stellen. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als es der Wirtschaft so richtig gut ging, bekam die Marktwirtschaft das Attribut "sozial" versehen. Und im Grundgesetz wurde verankert, dass Eigentum verpflichtet und sein Gebrauch zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen soll. So entstand ein spezielles "Modell Deutschland" - ein öffentlicher und lebendiger Dialog zwischen Unternehmern, Verbänden, Gewerkschaften und Politikern.

Das Image der deutschen Wirtschaft wurde in den letzten Jahren jedoch ziemlich ramponiert. 2006 hatten nur noch 32 Prozent der Westdeutschen eine gute Meinung vom deutschen Wirtschaftssystem, in Ostdeutschland sogar nur 18 Prozent. Doch der Globalisierung sei Dank, ist das Thema CSR inzwischen über alle Ländergrenzen geschwappt und auch für deutsche Unternehmen wieder zu einem Muss-Thema geworden. Auch wenn die Umsetzung noch hakt. Und dass, obwohl inzwischen an vielen Universitäten zum Thema CSR geforscht wird, dutzende PR-Agenturen auf den Zug aufgesprungen sind und Unternehmen beraten, wie sie möglichst laut und effektiv sagen sollen, dass sie viel Gutes tun.

Nun hat die Bundesregierung das Thema auf die Agenda genommen. Sie will die gut drei Millionen Unternehmen dazu drängen, sich stärker in gesellschaftlichen, sozialen und ökologischen Belangen zu engagieren. Am Ende soll eine Selbstverpflichtung oder ein Gesetz stehen.

Kay-Alexander Scholz

USA

Die Idee, dass Firmen auch Verantwortungen tragen, die nichts mit Gewinn oder den Interessen der Aktionäre zu tun haben, ist in den USA sehr weit verbreitet und gleichzeitig sehr umstritten. Viele Firmen vertreten die Meinung, dass private Unternehmen nicht nur die gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitsbedienungen für ihre Mitarbeiter einhalten sollten, sondern sich auch für das allgemeine Wohl der Gesellschaft und Umwelt einsetzen sollten. Andere Unternehmen sagen, dass einzeln Firmen sich auf das Geschäftliche konzentrieren müssen, um möglichst viele Leute zu beschäftigen, was dem Wohl der Gesellschaft auch hilft. Es gibt allerdings Schnittstellen zwischen den beiden Meinungen: Zum Beispiel profitieren Firmen von ihrer Wohltätigkeit durch Steuerbegünstigungen.

Sean Sinico

Lesen Sie weiter über soziale Verantwortung in lateinamerikanischen Unternehmen.

01.2012 DW Wirtschaft kompakt Sendungslogo

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