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Zu Gast: Sven Hannawald

"Der Leistungssport in der DDR war ein durchorganisiertes System, was aber auch gut war". Diese Meinung vertritt der ehemalige Skispringer Sven Hannawald und erklärt auch gleich, was er damit meint. "Es war alles strenger geregelt, z. B. die Bettruhe im Ski-Internat. Natürlich fühlt man sich dann ab einem gewissen Alter eingeengt. Im Nachhinein sehe ich aber, dass es so besser ist. Denn letztendlich sind es genau die Zeitpunkte, wo es sich entscheidet, ob man dem Sport treu bleibt oder nicht. Da braucht es auch Personen, die einen im Auge behalten."

Sven Hannawald weiß wovon er spricht, denn er erlebte den direkten Vergleich. Nach dem DDR-Ski-Internat kam er mit 16 Jahren in den Westen. Die streng geregelte DDR-Ausbildung hat ihn zu einem disziplinierten Menschen gemacht. Die zahlte sich aus: 2001/2002 gewinnt er alle vier Teilwettbewerbe der Vierschanzentournee in einer Saison. Doch der Preis dafür ist hoch: Vier Jahre später beendet er seine aktive Sportlerkarriere. Diagnose: Burnout! Er verschwindet von der Bildfläche.

Sven Hannawald ist zurück. Diesmal engagiert er sich für andere - für junge Skispringer im Alter von fünf bis zwölf Jahren. "Schließlich hat mir der Sport ja auch viel gegeben. Jetzt möchte ich davon etwas zurückgeben", freut er sich. Den Thrill braucht er nach wie vor: Seine Ski hat er gegen einen Rennwagen eingetauscht. "Statt im Schnee, habe ich jetzt auf Asphalt den gleichen Adrenalinschub", so der 37-Jährige. Walter Janson spricht mit Sven Hannawald über seine Kindheit in der DDR, seine sensationellen sportlichen Erfolge und natürlich wie es ihm heute eigentlich so geht.