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USA geben Ebola-Serum frei

12. August 2014

Angesicht der dramatischen Entwicklung der Ebola-Epidemie in Westafrika haben die USA ein experimentelles Medikament freigegeben. Die Zahl der Ebola-Toten stieg auf mehr als eintausend.

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Ein Ebola-Krankenhaus Liberia (Reuters)
Bild: Reuters/Samaritan's Purse

Präsident Barack Obama und die US-Gesundheitsbehörden hätten einem Einsatz des Mittels ZMapp in dem von der Ebola-Epidemie besonders betroffenen Liberia zugestimmt, sagte die Präsidentin des westafrikanischen Landes, Ellen Johnson Sirleaf. Das Medikament werde Ärzten verabreicht, die sich bei der Betreuung von Ebola-Kranken mit dem gefährlichen Virus infiziert hätten. Die Herstellerfirma Mapp Bio teilte ergänzend mit, sie habe den gesamten Bestand nach Westafrika geschickt. ZMapp werde kostenlos zur Verfügung gestellt.

Bitte an Obama

Johnson Sirleaf hatte Obama nach Angaben aus Monrovia in der vergangenen Woche persönlich um die Freigabe vom ZMapp gebeten. Nach Darstellung der US-Behörden ist das Mittel für den Einsatz am Menschen eigentlich noch nicht ausreichend getestet.

Allerdings wurden zwei Mitarbeiter einer amerikanischen Hilfsorganisation, die sich in Westafrika mit dem Ebola-Virus infiziert hatten, nach ihrer Rückkehr in die USA mit ZMapp behandelt. Ihr Gesundheitszustand hatte sich gebessert. Ob dies allerdings auf das Medikament zurückzuführen ist, ist unklar. Auch ein Ebola-kranker spanischer Priester wird in einem Krankenhaus in Madrid mit dem Mittel behandelt.

Trotz aller Gegenmaßnahmen breitet sich die Epidemie in Westafrika weiter aus. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilte, stieg die Zahl der Ebola-Toten auf 1013. In den drei Tagen bis vergangenen Samstag habe es 52 neue Todesfälle gegeben - 29 in Liberia, 17 in Sierra Leone und sechs in Guinea. Die Zahl der Ebola-Infektionen sei auf 1848 gestiegen. Die WHO hatte die Ebola-Epidemie in Westafrika am Freitag zum internationalen Gesundheitsnotfall erklärt.

wl/SC (rtr, ape,afpe)