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Internet

Twitter will eine Milliarde Dollar einnehmen

Lange war Twitter ein Unternehmen, über das nur wenige geschäftliche Details bekannt waren. Nun zum Börsengang muss der Dienst die Karten auf den Tisch legen.

Drei Wochen nach der Ankündigung eines Börsengangs hat Twitter seinen Börsenprospekt offengelegt. Der Kurznachrichtendienst will demnach bis zu eine Milliarde Dollar (740 Mio Euro) mit dem Verkauf von Aktien einnehmen. Dabei schreibt das junge Unternehmen bislang hohe Verluste.

500 Millionen Tweets täglich

Was die Investoren anlocken soll, ist die große Reichweite: Laut dem jetzt vorgelegten Börsenprospekt hat Twitter mehr als 215 Millionen aktive Nutzer pro Monat, 100 Millionen nutzten den Dienst sogar täglich, "und das annähernd weltumspannend". Die Nutzer schrieben rund 500 Millionen Tweets pro Tag - die berühmten maximal 140 Zeichen langen Nachrichten. Der Kurznachrichtendienst wäre der prominenteste Börsengang eines Internetunternehmens seit dem von Facebook im Mai vergangenen Jahres.

Die Plattform, die anfangs noch als Netzwerk zum Austausch von Belanglosigkeiten belächelt wurde, hat in den vergangenen Jahren stark an politischer und gesellschaftlicher Relevanz gewonnen. Die Demonstranten in der arabischen Welt nutzten Twitter, um die staatliche Zensur zu umgehen und ihre Aktivitäten zu koordinieren. Der Dienst ist auch bei vielen Politikern und Stars beliebt, die über die kurzen Botschaften mit Wählern oder Fans kommunizieren.

Noch keine Gewinne

Mit der Veröffentlichung des Börsenprospekts gab das acht Jahre alte Unternehmen erstmals Einblick in seine Geschäftszahlen. Der Umsatz lag demnach im ersten Halbjahr 2013 bei 253,6 Millionen Dollar. Unter dem Strich fiel ein Verlust von 69,3 Millionen Dollar an. Seit 2010 hat das Unternehmen keinen Gewinn erwirtschaftet. Twitter kündigte an, auf absehbare Zeit auch Gewinne einzubehalten und auf Dividenden zu verzichten. Ende Juni waren 2000 Menschen bei dem Unternehmen beschäftigt.

Haupteinnahmequelle des Unternehmens ist Werbung, eingestreut in den Nachrichtenstrom. Den Werbeeinnahmen stehen jedoch hohe Ausgaben für Rechenzentren, neue Produkte und die Vermarktung gegenüber.

Prominente Partner

Der Börsenprospekt ist eine umfangreiche Selbstdarstellung des Unternehmens samt Geschäftszahlen, Risiken, Aussichten und Eigentumsverhältnissen. Als Risiko wird ausdrücklich die Marktmacht größerer Technologiefirmen genannt, allen voran der Einfluss von Google.

Twitter verpflichtete neben den federführenden Wall-Street-Häusern Goldman Sachs, JP Morgan Chase und Morgan Stanley unter anderem auch die Deutsche Bank, um dem Unternehmen beim Schritt aufs Parkett zu helfen.

gmf/haz (afp, dpa, rtr)

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