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Pressemitteilungen

Tschad: Freilassung von DW-Korrespondent beantragt

Nach vier Wochen Untersuchungshaft ist DW-Mitarbeiter Eric Topona am 6. Juni erstmals vernommen worden. Sein Anwalt, so Claus Stäcker, Leiter der Afrika-Programme, habe die sofortige Freilassung beantragt.

Der Korrespondent des französischen Programms im Tschad, Eric Topona, wurde inhaftiert.
Zwei Fotos von ihm (von 2012 im DW-Funkhaus)

Eric Topona, Korrespondent des französischen Programms im Tschad, im Bonner Funkhaus 2012

Ein Untersuchungsrichter in der Hauptstadt N'Djamena hatte Topona Anfang Mai unter dem Vorwand einbestellt, er solle als „Zeuge in einer Diffamierungsangelegenheit“ gehört werden. Vor Ort erfuhr der 29-Jährige dann den wahren Grund seiner Festnahme: Er selbst sei angeklagt – wegen „Gefährdung der Verfassungsordnung“. Er habe im Internet „subversive Schriften“ veröffentlicht, in denen unter anderem von einem „Volksaufstand“ die Rede sei. Dafür droht Topona nach tschadischem Recht eine lebenslange Gefängnisstrafe.

Karte: Tschad mit Regionen

Karte: Tschad mit Regionen

Eric Topona, der auch Generalsekretär des Tschadischen Journalisten-Verbandes (UJT) ist, bestreitet die Vorwürfe: Keine der angeprangerten Schriften stamme von ihm.

Vernehmung mit zweifelhafter Gegenüberstellung

Der Untersuchungsrichter hatte Topona dem bereits seit 22. März inhaftierten Blogger Jean Etienne Laokolé gegenübergestellt, um die Herkunft der„subversiven Schriften" herauszufinden. Nach Angaben Toponas kenen sich die Beiden nicht, auch per Mail standen sie nie in Kontakt. Nach der Vernehmung am 6. Juni im Gefängnis am Rande der Hauptstadt N'Djamena beantragte Toponas Anwalt die Freilassung.

Gesundheitlich geht es Topona seinem Anwalt zufolge den Umständen entsprechend gut. Der deutsche Botschafter im Tschad und die EU-Botschafterin hatten ihn vor wenigen Tagen im Gefängnis besucht.

DW-Intendant äußerst besorgt

Intendant Erik Bettermann hatte im Mai gegen die Festnahme des Journalisten protestiert und sich äußerst besorgt gezeigt. „Ich appelliere an die tschadischen Behörden, Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit zu achten.“ Es sei inakzeptabel, dass der DW-Mitarbeiter ohne Vernehmung tagelang festgehalten werde. „Wir fordern seine sofortige Freilassung“, so Bettermann. Der DW-Korrespondent war in der Vergangenheit von den Behörden des Landes bedroht worden. .

7. Juni 2013

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