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Deutsch-jüdisches Kulturerbe: Spurensuche in China

Deutsch-jüdisches Kulturerbe

Spurensuche in China

  • Mein Shanghai

    Reise in die Vergangenheit

    Mein Shanghai

    Während des Zweiten Weltkriegs fanden Tausende Juden aus Europa in Shanghai Zuflucht. Sonja Mühlberger wurde hier als Kind deutscher Emigranten geboren. Nun staunt sie über die Veränderungen in der Stadt, die sie auf der Suche nach ihren Wurzeln bereist hat.

  • In den Gassen von Hongkou

    Reise in die Vergangenheit

    In den Gassen von Hongkou

    Einiges erkennt sie aber auch wieder. Noch findet man zum Beispiel typische Gassen mit den zweistöckigen Häusern, die so genannten "Longtangs". Damals lebten die meisten Shanghaier in den engen Gassen. Die jüdischen Flüchtlinge wohnten in den Armenvierteln im Nordosten der Stadt Seite an Seite mit Chinesen.

  • Spuren der Vergangenheit

    Reise in die Vergangenheit

    Spuren der Vergangenheit

    Gelegentlich finden sich in diesem Viertel noch Spuren der jüdischen Emigration. Den Davidstern in der Tür hat Sonja Mühlberger zufällig entdeckt.

  • Letzte Fluchtmöglichkeit

    Reise in die Vergangenheit

    Letzte Fluchtmöglichkeit

    Sonja Mühlbergers Eltern konnten den Nazis in letzter Minute entkommen. Ihr Vater Hermann Krips war bereits nach Dachau deportiert worden. Von dort schrieb er an seine Frau Ilse. Sie erfuhr, dass sie nur eine einzige Chance, hatte ihn wieder freizubekommen. Sie musste Ausreisepapiere beschaffen.

  • Billett ins Leben

    Reise in die Vergangenheit

    Billett ins Leben

    Es gelang ihr, die Papiere zu besorgen und Hermann Krips kam frei. Beide gingen im März 1939 in Genua an Bord der Conte Biancamano, die sie nach Shanghai brachte. Ihre Mutter war da bereits mit Sonja schwanger.

  • Baby Krips

    Reise in die Vergangenheit

    Baby Krips

    Wenige Monate nach der Ankunft, am 26.10.1939, wurde Sonja geboren. Sie war eins der ersten Flüchtlingskinder, die in Shanghai geboren wurden. Das deutsche Konsulat weigerte sich, das Kind zu registrieren. Denn Sonja war nach den Rassegesetzen als Vorname für jüdische Kinder nicht zugelassen. Die Shanghaier Behörden schrieben in ihrer Hilflosigkeit "Baby Krips" in die Geburtsurkunde.

  • Auf dem Balkon

    Reise in die Vergangenheit

    Auf dem Balkon

    Die Krips' kamen in einem kleinen Zimmer im Viertel Hongkou unter, einem Armenquartier im Norden der Stadt. Hier lebten die meisten jüdischen Flüchtlinge. Mehr als einen Koffer durften sie nicht aus Deutschland mitnehmen.

  • Platz für den Boom

    Reise in die Vergangenheit

    Platz für den Boom

    Früher ein Randgebiet von Shanghai, in dem neben den jüdischen Flüchtlingen verarmte Chinesen, russische Exilanten und sonstige Gestrandete unterkamen, hat heute auch hier der Bauboom eingesetzt. Große Teile des ehemaligen jüdischen Viertels wurden bereits abgerissen.

  • Spurensuche

    Reise in die Vergangenheit

    Spurensuche

    Sonja Mühlberger hat Fotos dabei, auf denen ihr altes Haus zu sehen ist. Man hat ihr erzählt, dass es ebenfalls abgerissen wurde. Doch einige Nachbarn können sich noch an das Gebäude erinnern.

  • Neues Hongkou

    Reise in die Vergangenheit

    Neues Hongkou

    Hier stand das Haus. Früher blickte Sonja Mühlberger aus dem Fenster auf eine Zigarettenfabrik. Heute erhebt sich an der Stelle ihres alten Hauses die Zentrale von China Tobacco, dem staatlichen Tabakkonzern. Die Straße wurde ausgebaut und mit Bäumen bepflanzt.

  • Bote der Erinnerung

    Reise in die Vergangenheit

    Bote der Erinnerung

    Das Einzige, was Sonja Mühlberger noch wiedererkennt, ist ein roter Hydrant, der alle Modernisierungen überlebt zu haben scheint. An ihn kann sie sich noch gut erinnern, weil sie von ihrem Fenster aus die Rikschafahrer beim Wassertrinken beobachten konnte.

  • Überleben in Shanghai

    Reise in die Vergangenheit

    Überleben in Shanghai

    Rikschafahrer gehörten damals ebenso wie Bettler und Kleinhändler zum Straßenbild in Shanghai. Auch wenn sich Sonja Mühlberger nicht erinnert, jemals in einer Rikscha gesessen zu haben.

  • Fenster zur Welt

    Reise in die Vergangenheit

    Fenster zur Welt

    Trotz all der Armut findet Sonja Mühlberger, dass sie eine schöne Kindheit hatte. Geblieben sei ihr aus dieser Zeit Weltoffenheit und die Fähigkeit, Hitze zu ertragen, sagt sie.

  • Offizielles Gedenken

    Reise in die Vergangenheit

    Offizielles Gedenken

    Die Stadt Shanghai hat inzwischen erkannt, welche Bedeutung das jüdische Exil in der Geschichte hatte. Die ehemalige Synagoge des Viertels ist jetzt ein Museum, das vor fünf Jahren aufwändig renoviert wurde.

  • Geboren in Shanghai

    Reise in die Vergangenheit

    Geboren in Shanghai

    Und neben anderen Zeitzeugen hat auch Sonja Mühlberger dort einen Platz bekommen. Die Überschrift über ihrer Tafel: "Geboren in Shanghai"


    Autorin/Autor: Mathias Bölinger | Redaktion: Cornelia Rabitz

Video-Reportage

Kulturschock & Überlebenskampf

Exil im Moloch Shanghai

Audio-Reportage

Eine Tour durch das jüdische Shanghai

Unterwegs mit dem israelischen Stadtführer Dvir Bar-Gal

Das Familienstück

Die Geburtsurkunde

Sonja Mühlberger erzählt, wie "Baby Krips" einen Vornamen bekam