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Katholische Kirche

Papst spricht über 800 Gläubige heilig

Erstmals seit seiner Wahl im März hat Papst Franziskus Menschen heiliggesprochen: Zwei lateinamerikanische Ordensfrauen und hunderte christliche Märtyrer aus dem Italien des 15. Jahrhunderts.

Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche erklärte bei einer Messe mit zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom Antonio Primaldo und seine rund 800 Gefährten zu Heiligen. Sie waren im Jahr 1480 beim Überfall der Osmanen auf die apulische Stadt Otranto getötet worden, weil sie sich nach dem Fall ihrer Stadt weigerten, zum Islam überzutreten. Die Legende besagt, dass Primaldos Körper bei seiner Enthauptung nicht zusammensackte, was als Wunder anerkannt wurde. "Während wir die Märtyrer von Otranto verehren, bitten wir Gott, die vielen Christen zu unterstützen, die Gewalt erleiden und ihnen den Mut zu geben, auf das Böse mit dem Guten zu antworten", sagte Franziskus in seiner Predigt.

Einzug des Papstes zur Messe auf dem Petersplatz (Foto: AFP/Getty Images, Fipippo Monteforte)

Der Papst auf dem Weg zu den ersten Heiligsprechungen seines Pontifikats

Zudem sprach der Papst zwei Ordensschwestern heilig, die wie er selbst aus Lateinamerika stammen. Die kolumbianische Ordensgründerin Laura di Santa Caterina da Siena Montoya y Upegui (1874-1949) und die Mexikanerin Maria Guadalupe Garcia Zavala (1878-1963). Die kolumbianische Ordensfrau gründete die "Kongregation der Missionarinnen von der seligen unbefleckten Jungfrau Maria und der heiligen Katharina von Siena". Die Mexikanerin Zavala ist die Mitbegründerin der "Kongregation der Dienerinnen der heiligen Margherita Maria und der Armen".

Ausdrücklich würdigte der Papst in seiner Predigt den Einsatz der kolumbianischen Ordensgründerin da Siena Montoya y Upegui für die Urbevölkerung in ihrer Heimat. Mit Blick auf die neue mexikanische Heilige und ihr Lebenswerk forderte der Papst alle Gläubigen auf, sich nicht auf die eigenen Probleme oder Interessen zu beschränken. Die Ordensfrau Zavala habe auf ein bequemes Leben verzichtet und sich ganz in den Dienst der Armen gestellt.

Die Heiligsprechungen hatte Franziskus Vorgänger, Papst Benedikt XVI., bei einem Kardinalstreffen am 11. Februar angekündigt, unmittelbar bevor er bekanntgab, am 28. Februar sein Amt niederzulegen.

Kompliziertes Prozedere

In der katholischen Kirche ist die Heiligsprechung eine feierliche Erklärung des Papstes über das vorbildlich christliche Leben eines Menschen und über seine nach Lehrmeinung der Kirche endgültige Aufnahme zu Gott. Nach dieser sogenannten "Kanonisation", die während eines Festgottesdienstes vollzogen wird, darf die betreffende Person weltweit verehrt werden. Der Heiligsprechung geht ein kirchlicher Prozess voraus, der über mehrere Instanzen führt. Dabei muss nachgewiesen werden, dass durch die Fürsprache des oder der Betroffenen Wunder geschehen sind. Das gilt allerdings nicht für Menschen, die als Märtyrer, also wegen ihres Glaubens, gestorben sind.

qu/rb (dpa, afp, kna)