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Pakistan

Pakistans Ex-Premier Musharraf flieht vor Festnahme

Ein pakistanisches Gericht hat die Festnahme des Ex-Diktators angeordnet. Freiheit gegen Zahlung einer Kaution wollten die Richter ihm nicht gewähren. Das erledigte Musharraf dann selbst - durch Flucht.

Der frühere pakistanische Regierungschef Pervez Musharraf verließ nach dem Beschluss der Richter umringt von seinen Leibwächtern den Gerichtssaal in Islamabad und floh an einen unbekannten Ort. In einem Geländewagen raste der frühere Militärmachthaber mit seiner Kohorte davon (Artikelbild). Die Personenschützer hätten die vor dem Saal wartenden Polizisten daran gehindert, Musharraf festzunehmen, berichtete der private Sender Geo News.

Gegen Musharraf laufen drei Verfahren, bei denen er gegen Kaution auf freiem Fuß ist. Das Gericht in Islamabad lehnte jetzt in einem der Verfahren eine Verlängerung der Kaution ab und ordnete die Festnahme Musharrafs an.

Ex-Präsident Pervez Musharraf (Foto: reuters)

Musharraf hatte sich seinen Neuanfang in der Heimat sicherlich anders vorgestellt

Bei den Verfahren geht es um den tödlichen Anschlag auf Ex-Premierministerin Benazir Bhutto, die Tötung eines Stammesführers aus Baluchistan bei einer Armeeoperation und die Verhängung von Hausarrest gegen Richter während Musharrafs Amtszeit. In letzterem Fall habe das Gericht am Donnerstag die Verlängerung der Kaution abgelehnt und die Festnahme seines Mandanten angeordnet, sagte Anwalt Qamar Afzal der Nachrichtenagentur dpa. "Ich werde den Beschluss am Freitag vor dem Verfassungsgericht anfechten." Zur Flucht seines Mandanten äußerte sich Afzal nicht. Neben den drei laufenden Verfahren droht Musharraf außerdem ein Strafverfahren wegen Landesverrat vor dem Verfassungsgericht.

Politisches Comeback vorerst gescheitert

Musharraf war im März nach vier Jahren Exil in seine Heimat zurückgekehrt, um mit seiner Partei All Pakistan Muslim League (APML) bei der Parlamentswahl am 11. Mai anzutreten. Wegen der laufenden Verfahren hatte ein Gericht in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar Musharraf am Dienstag jedoch von der Wahl ausgeschlossen. Gegen diese Entscheidung will der Ex-Präsident vor das Verfassungsgericht ziehen.

Ex-Machthaber Musharraf zurück in Pakistan (24.03.2013)

Der 69-jährige frühere General war 1999 nach einem Militärputsch an die Macht gekommen. 2008 sah er sich zum Rücktritt gezwungen, weil ihm ein Amtsenthebungsverfahren drohte. Am 24. März kehrte er unbehelligt aus dem Exil nach Pakistan zurück, weil er zuvor eine Kaution gezahlt hatte.

Vor der für kommenden Monat festgesetzten Parlamentswahl häufen sich in Pakistan Anschläge und Übergriffe. Seit dem 11. April kamen dabei nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP 24 Menschen ums Leben. Die pakistanischen Taliban riefen zum Boykott der Abstimmung auf und drohten mit Anschlägen auf Wahlkampfveranstaltungen weltlicher Parteien.

qu/kle (dpa, afp, rtre, APe)

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