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Einzelhandel

Mit Schwung ins Weihnachtsgeschäft

Volle Geschäfte, viel besuchte Weihnachtsmärkte: Am ersten Adventswochenende haben die Kassen des Einzelhandels kräftig geklingelt. Die Branche erwartet vom Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr einen Rekordumsatz.

Besonders in den Geschäften der Innenstädte gaben sich die Kunden am Wochenende die Klinken in die Hand: Gutscheine, Nikolausgeschenke, Adventskalender, weihnachtliche Dekoration, Uhren und Schmuck waren gefragt. "Die Unternehmen sind optimistisch und rechnen in den kommenden Wochen mit einem guten Jahresendspurt“, sagte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Und mit den frostigen Temperaturen, die sich rechtzeitig zur Adventszeit in Deutschland einstellen, zog auch die Nachfrage nach winterlicher Bekleidung spürbar an.

Ja, die Deutschen haben in diesem Jahr sogar große Lust einzukaufen vor dem Weihnachtsfest, sagt Thomas Harms, Handelsexperte bei Ernst & Young: "Insbesondere die Paare ohne Kinder wollen mehr ausgeben. Und wenn man es sich nach Altersgruppen anschaut, dann haben wir auch große Zuwächse bei den - wie wir sie heute nennen -  Best Agern". Jene Mitmenschen also zwischen 45 und 60 Jahren gehören zu den kauffreudigsten.

Reichlich Geschenke unterm Tannenbaum

Der Handel wird erfreut sein über die Kauflust der Verbraucher. Umfragen schüren die Erwartungen noch. So wollen die Deutschen einer Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young zufolge in diesem Jahr durchschnittlich 230 Euro für Weihnachtspräsente ausgeben. Das sind 17 Euro mehr als im Vorjahr.

Nikolaus Stiefel mit Schlitten Kinder und Hund

Viele Wünsche werden in diesem Jahr wohl erfüllt...

Nach Berechnungen des Marktforschungsunternehmen GfK darf es zu Weihnachten sogar noch ein bisschen mehr sein: Danach soll sogar jeder Verbraucher für seine Lieben im Durchschnitt 285 Euro ausgeben. Darunter: viel Bares. Die GfK schätzt, dass die Geldgeschenke zu Weihnachten ein Volumen von etwa 3,4 Milliarden Euro umfassen - das wäre ein Plus von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Dass die Kassen in diesem Jahr etwas lauter klingeln werden, das liegt zum einen daran, dass rund 41 Millionen Menschen in Deutschland derzeit erwerbstätig sind. Eine Rekordzahl nach der Wiedervereinigung. Zum anderen hat die Schuldenkrise in der Eurozone das Land noch nicht erreicht. Die Schwierigkeiten in Südeuropa sind dem Empfinden nach weit weg.

Smartphones und Flachbildschirme sind der Renner

Die Branche erwartet in den letzten beiden Monaten des Jahres einen Rekordumsatz: Erstmals will der Einzelhandel mit seinen rund 400.000 Unternehmen mehr als 80 Milliarden Euro im Weihnachtsgeschäft erlösen - das wäre ein Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Weihnachtszeit ist Shoppingzeit

Das Weihnachtsgeschäft sorgt traditionell in einigen Branchen für 20 bis 30 Prozent des Jahresumsatzes. Spielwarenhändler etwa machen fast ein Drittel, Buchhändler rund ein Viertel ihres Umsatzes in den letzten beiden Monaten des Jahres, so der Einzelhandelsverband. Auch Kosmetik und Parfums, Uhren und Schmuck sowie Unterhaltungselektronik sind beliebte Geschenke. Kaffee- und Espresso-Maschinen, digitale Kameras, Smartphones, Tablet-PCs sowie Flachbildschirme sind 2012 die Renner auf den Wunschzetteln. Bei Spielzeugen liegen in diesem Jahr besonders ferngesteuerte Autos und Hubschrauber, Brettspiele, kabellose Autorennbahnen und Modelleisenbahnen im Trend.

Immer weniger werden dagegen CDs gekauft, sagt Handelsexperte Thomas Harms. "Und auch der Anteil der Menschen, die Bücher kaufen wollen, geht zurück", aber sie gehörten nach wie vor zu den beliebtesten Geschenken. Darüber hinaus werde - wie all die Jahre zuvor - beim Kauf auf Qualität geachtet und fachkundiger Rat gerne eingeholt.

Bei winterlichen Temperaturen haben auch die vielen Weihnachtsmärkte in Deutschland am Wochenende zehntausende Besucher in die Innenstädte gelockt. Traditionell ist das erste Adventswochenende eines der wichtigsten für die Betreiber. Und über viele Gäste auf dem Weihnachtsmarkt freuen sich auch die Geschäfte vor Ort.  

Die Post hat viel zu tun

Szene auf dem Weihnachtsmarkt in Bonn (Foto: DW)

Andrang auf den Weihnachtsmärkten

Nach Angaben der Unternehmensberatung Ernst & Young  fließt in Fachgeschäfte im Schnitt mit 118 Euro gut die Hälfte des Weihnachtsbudgets. Kaufhäuser und Einkaufszentren müssten dagegen mit einem leichten Rückgang von 50 auf 46 Euro rechnen. Dank junger Kundschaft geht es beim Online-Handel weiter aufwärts: "Fast ein Drittel der Konsumenten wollen ihre Weihnachtsgeschenke im Internet kaufen", so Handelsexperte Harms. Dafür gäben sie zwischen 40 und 44 Euro aus.

Von den Online-Bestellungen profitiert auch die Logistikbranche kräftig. So rechnet die Deutsche Post dank des zunehmenden Einkaufs im Internet dieses Jahr sogar mit einem Rekordgeschäft zur Weihnachtszeit. Ein Sprecher der Post sagte, die Menge der Pakete und Päckchen verdopple sich in der Vorweihnachtszeit von etwa drei auf sechs Millionen täglich. In der Woche vor Weihnachten rechne die Post mit weit mehr als 40 Millionen Paketen, die es noch unter den Weihnachtsbaum schaffen sollen.

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