Made in Germany mit einem Schwerpunkt zum Thema "Konsum und Handelsströme". Ein Großteil der Textilien wird in Asien unter schwierigen Arbeitsbedingungen produziert. Wir stellen Firmen vor, die es anders machen. Und wir beleuchten die deutsche Lebensmittelbranche. Die deutschen Konsumenten möchten gern die Ware von überall her und das möglichst billig. Kein leichtes Unterfangen für die Händler.
Der jüngste Brand mit vielen Todesopfern in einer Textilfabrik in Bangladesch hat auch in Deutschland großes Entsetzen ausgelöst. Dort wurde auch für die deutsche Bekleidungskette C&A produziert. Aber C&A ist nicht die einzige Firma, die ihre Kleidung in Bangladesch fertigt: Inzwischen lassen fast alle Textilhersteller zu günstigen Preisen in Asien herstellen.
Made in Germany-Reporter Dan Hirschfeld fragt nach, ob und wie Bekleidungsfirmen die Arbeitsbedingungen bei ihren Produzenten in Indien oder Bangladesch kontrollieren. Andere Unternehmen zeigen, dass es auch anders geht: Der Hersteller von Unterwäsche "Bruno Banani" fertigt nur in Deutschland, vor allem am Firmenstandort Chemnitz - mit deutschen Löhnen und Vorschriften. Wir erfahren, wie es die Firma schafft, der Billigkonkurrenz zu trotzen - und ob Kunden bereit sind, für Textilien "Made in Germany" auch etwas tiefer in die Tasche zu greifen.
Bambussprossen aus China, Kapern aus der Türkei, Oliven aus Spanien - mit der Verarbeitung und Vermarktung internationaler Spezialitäten macht "Feinkost Dittman" einen Jahresumsatz von 155 Millionen Euro. Das Familienunternehmen aus dem hessischen Taunusstein profitiert vom Ernährungstrend in Deutschland: man will zunehmend besser und gesünder essen.
Noch geben Deutsche "nur" 11 Prozent ihres Geldes für Nahrungsmittel aus. Anders die Franzosen und Italiener: ihnen ist ihr Essen etwas mehr wert. Aber die deutsche Feinkostbranche wächst überdurchschnittlich mit über fünf Prozent im Jahr, weil immer mehr Verbraucher Delikatessen verlangen, zum Beisoiel mediterrane Vorspeisen. Dittmann bezieht einen Großteil seiner Zutaten aus Spanien und Griechenland und verarbeitet sie in Deutschland weiter. Die Produkte sind in fast allen deutschen Supermärkten zu finden, bei Aldi oder Lidl. Das 1901 gegründete Unternehmen ist im Besitz der Familie Reichold. Eine Reportage von Joachim Eggers.
Darüber sprechen wir mit Ursula Hudson. Sie ist im Vorstand von Slow Food, einem internationalen Verein, der für einen verantwortungsvolleren Umgang mit Lebensmitteln eintritt.
"Regionale Herstellung", "Aus der Region", in Supermärkten gibt es immer häufiger solche Hinweise bei Lebensmitteln, denn der bewußte deutsche Kunde greift zu solchen Produkten. Er möchte regionale Wirtschaftskreisläufe stärken und kurze Transportwege unterstützen. Deutschlands Supermarktketten nehmen deshalb vermehrt Lebensmittel aus der Region in ihr Sortiment auf. Auch Marktführer Edeka.
Der Konzern beschäftigt Mitarbeiter, die sich ausschließlich um dieses Thema kümmern. Solch einen "Regionalbeauftragten" hat Made in Germany einen Tag lang begleitet. Am Beispiel von frischer Milch zeigt unser Reporter Miltiades Arsenopoulos, wie ein regionaler Wirtschaftskreislauf organisiert wird. Dazu gehört auch, den Milchbauern höhere Preise als üblich zu zahlen. Die höheren Preise werden von Edeka an die Kunden weiter gegeben und müssen von denen auch akzeptiert werden - ein schwieriges Unterfangen.
Seit der Finanz- und Schuldenkrise sind Banken zunehmend vorsichtiger bei der Vergabe neuer Kredite. Darunter leiden besonders mittelständische Unternehmen. In dieser Situation wird ein alternatives "Geldbeschaffungsinstrument" für viele Firmen immer interessanter: Seit gut zwei Jahren können sie sich an der Börse Geld über Mittelstandsanleihen besorgen.
Großen Erfolg hatte damit die Karlsberg Brauerei, deren Anleihen im September in nur zwei Stunden überzeichnet waren. 30 Millionen Euro hat das Unternehmen so eingesammelt. Made in Germany-Reporterin Mabel Gundlach hat sich umgehört, warum sich sich Mittelständler Geld nicht mehr nur bei Banken, sondern auch am Finanzmarkt borgen und welche Vorteile und Risiken in den Mittelstandsanleihen liegen.