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Afrika

Libyen/Deutschland: Transformation des Mediensystems

In Libyen stehen weitreichende Veränderungen an. Die Neugestaltung des Mediensektors wird das Land maßgeblich prägen. Entscheidungsträger aus Medien und Regierung besuchen derzeit die DW - um aus Erfahrungen zu lernen.

Reda Fhelboum arbeitet als Redakteur und Moderator beim libyschen Fernsehsender "Libya International". In seiner wöchentlichen Talksendung geht es vor allem um eine Analyse der politischen Verhältnisse. Fhelboum möchte eine gerechte Neugestaltung der libyschen Medienlandschaft erreichen. "Dafür müssen wir lernen, wie Medienregulierung funktioniert. Die deutsche Expertise, die Erfahrungen sind sehr wertvoll für uns."

Fotos: DW Akademie/ C.Hauswedell
Datum 12.2012
Beschreibung: Besuch einer Gruppe von zehn libyschen Teilnehmern aus Regierung und Medien bei der DW in Bonn. Die Delegation ist im Rahmen eines DW Akademie Langzeitprojekts über die Rolle und Zukunft des öffentlichen Rundfunks in der Demokratie eine Woche in Deutschland zu Gast und besucht verschiedene Medieneinrichtungen. Projektmanager ist Martin Hilbert.

Reda Fhelboum, Libya Internationael

Der Redakteur ist einer von zehn Teilnehmern, die eine Woche zu Gast bei der DW Akademie und anderen Medieneinrichtungen sind. Die Besucher der Delegation sind Entscheidungsträger des libyschen Kulturministeriums, Staatssekretäre, Parlamentarier und Programmchefs großer Sendeanstalten, die wesentlich am Transformationsprozess mitwirken.

Die Studienreise ist Teil des Projekts "Rolle und Zukunft des Öffentlichen Rundfunks in der Demokratie". Der Besuch der libyschen Delegation ergänzt ein breites Trainings- und Beratungsangebot, mit dem die DW Akademie seit 15 Monaten die Transformation des libyschen Mediensektors und damit die Demokratisierung in Libyen unterstützt und begleitet.

Fragen zu journalistischer Ethik und Verantwortung

Unter dem Regime Muammar Gaddafis herrschte in Libyen über 40 Jahre ein gleichgeschaltetes Mediensystem. Der Zugang zu freien, unabhängigen Informationen war weder gewollt noch erlaubt. Mit dem Sturz des Regimes brach dieses System der Zensur und Fehlinformation über Nacht zusammen. Jetzt können Journalisten frei berichten und die Libyer haben einen ungehinderten Zugriff auf Nachrichten. Eine Herausforderung, denn gleichzeitig drängen sich grundsätzliche Fragen auf, etwa zur Rolle des Staates in den Medien, zur Medienkontrolle oder zu journalistischer Ethik und Verantwortung.

Fotos: DW Akademie/ C.Hauswedell
Datum 12.2012
Beschreibung: Besuch einer Gruppe von zehn libyschen Teilnehmern aus Regierung und Medien bei der DW in Bonn. Die Delegation ist im Rahmen eines DW Akademie Langzeitprojekts über die Rolle und Zukunft des öffentlichen Rundfunks in der Demokratie eine Woche in Deutschland zu Gast und besucht verschiedene Medieneinrichtungen. Projektmanager ist Martin Hilbert.

Martin Hilbert, DW Akademie

Noch ist unklar, welche Gestalt das neue Mediensystem in Libyen annehmen wird. In der jetzigen politischen Transformationsphase sind verschiedene Modelle im Gespräch. Im Juni hatten Vertreter des Nationalen Übergangsrates gegenüber der DW Akademie großes Interesse an einem öffentlich-rechtlichen Rundfunksystem bekundet.

Martin Hilbert, Projektkoordinator Libyen der DW Akademie, erklärt: "Das Interesse an den verschiedenen Modellen ist enorm. Die Libyer wünschen sich eine Medienlandschaft, in der endlich Rede- und Meinungsfreiheit herrscht. Deshalb ist es jetzt ganz wichtig, dass gleichzeitig ethische Standards definiert werden." Für Hilbert waren die Entwicklungen der letzten Zeit vielversprechend: "Verantwortung, Medienkontrolle und Regulierung werden sehr ernst genommen. Ich sehe große Chancen fuer eine stabilisierung der Demokratie im Land."

Großes Interesse am deutschen Transformationsprozess

Das Kennenlernen öffentlich-rechtlicher Rundfunksysteme soll Impulse für die Neugestaltung des libyschen Mediensektors liefern und Perspektiven aufzeigen. Die Studienreise der Delegation knüpft an ein Symposium in Tripolis an, bei dem im November Vertreter der DW Akademie, des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) sowie der European Broadcasting Union (EBU) bereits die Eckpunkte öffentlich-rechtlicher Rundfunksysteme vorgestellt hatten. Eine Veranstaltung, die auf großen Widerhall gestoßen ist. Für reges Interesse hatte vor allem die Transformation des ostdeutschen Rundfunks nach der Wiedervereinigung gesorgt, insbesondere die Frage mit dem Umgang von Tätern und Mitläufern.

"Die Teilnehmer aus Intendanz, Programmleitung und Regierungskreisen diskutierten ausgiebig darüber, wie mit Mitarbeitern des ehemaligen Staatsapparats umgegangen werden solle. Die Deutschen werden in dieser Frage als Transformationsexperten angesehen", so Hilbert.

Diese Frage soll besonders bei einem Besuch der libyschen Delegation beim MDR in Halle erörtert werden. Seit Gründung des Senders 1991 ist die Aufarbeitung der DDR-Diktatur und der Umgang mit ehemaligen Staatsfunktionären allgegenwärtig. Ein Besuch der Delegation bei Czech Radio in Prag wird das Spektrum europäischer Transformations-Erfahrungen erweitern.

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