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Kultur

Leipziger Buchmesse endet mit Besucherrekord

Gute Nachrichten für die Leipziger Buchmesse: Mit 156.000 Besuchern lockte sie so viele Bücherfreunde an wie noch nie. Der Messechef zog eine erfreuliche Schlussbilanz.

Eine junge Frau betrachtet auf der Leipziger Buchmesse humorvoll gestaltete Buchstützen (Foto: dpa)

Humorvoll gestaltete Buchstützen auf der Leipziger Buchmesse

Die Leipziger Buchmesse hat auch in diesem Jahr wieder einen leichten Besucheranstieg erzielt. Von Donnerstag bis Sonntag kamen 156.000 Menschen zur Messe und zu Veranstaltungen des Lesefestivals "Leipzig liest". Das sind etwa 9.000 Besucher mehr als im Vorjahr. Das teilte Messe-Geschäftsführer Martin Buhl-Wagner am Sonntag (21.03.2010) zum Abschluss mit. "Wir sind mit dem Messeverlauf hochzufrieden", sagte er.

Bemerkenswert auch: Jeder dritte Besucher nahm eine Anreise von mehr als 200 Kilometer in Kauf. Auf der Bücherschau stellten 2.071 Verlage aus 39 Ländern ihr Frühjahrsprogramm vor. Im Rahmen des Lesefestivals "Leipzig liest" standen an den vier Messetagen mehr als 2.000 Lesungen und Gespräche auf dem Programm. Dabei traten mehr als 1.500 Autoren auf, unter ihnen die Nobelpreisträger Herta Müller und Günter Grass.

Neues Selbstbewusstsein

Gedränge in der Moritzbastei zur Langen Leipziger Lesenacht
(Foto: Ronny Arnold)

Gedränge in der Moritzbastei zur Langen Leipziger Lesenacht

Die Messe habe gezeigt, "dass Bücher und ihre Leser eine tragende Säule der Multimedia-Gesellschaft sind", sagte Buhl-Wagner mit Blick auf Entwicklungen im Bereich der digitalisierten Literatur. Die durchweg positiven Aussagen der Aussteller hätten die Bedeutung der Buchmesse als Marketingplattform der Branche unterstrichen. Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, sagte, dass auf der diesjährigen Messe ein neues Selbstbewusstsein bei Verlegern und Buchhändlern spürbar geworden sei.

Eröffnet wurde die Buchmesse wie in jedem Jahr mit der Verleihung des "Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung". Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung ging an den in Ungarn geborenen Historiker und Publizisten György Dalos für sein Werk "Der Vorhang geht auf. Das Ende der Diktaturen in Osteuropa".

Der Schriftsteller Georg Klein freut sich über die Auszeichnung (Foto: dpa)

Der Schriftsteller Georg Klein freut sich über die Auszeichnung

Den "Preis der Leipziger Buchmesse" in der Kategorie Belletristik erhielt Georg Klein für seinen "Roman unserer Kindheit" gewürdigt. Zudem bekamen Ulrich Raulff für sein Sachbuch "Kreis ohne Meister. Stefan Georges Nachleben" und Ulrich Blumenbach für die Übersetzung des Romans "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace die Auszeichnung. Die mit 45.000 Euro dotierte Ehrung wurde zu gleichen Teilen an die drei Preisträger vergeben.

Traditionell stark vertreten waren im internationalen Bereich der Leipziger Buchmesse die Länder Südosteuropas. Nahezu alle Balkanstaaten stellten diesmal aus, darunter erstmals Bosnien und Herzegowina. Aus Anlass des 200. Jahrestags der Unabhängigkeit Lateinamerikas nahm zum ersten Mal eine Gruppe von neun lateinamerikanischen Ländern an der Buchmesse teil. Serbien kündigte seinen Auftritt als Schwerpunktland der Leipziger Buchmesse 2011 an. Sie findet vom 17. bis 20. März statt.

Gedrucktes Buch ist weiter gefragt

Etliche Verlage schauen optimistisch ins weitere Buchjahr 2010. "Das Interesse am gedruckten Buch ist ungebrochen groß", berichtete Stefanie Hintze von Random House in München. Sie lobte die im Vergleich zur Frankfurter Buchmesse familiärere Atmosphäre. Schockiert zeigte sich Hintze allerdings davon, wie viele Besucher am Stand Bücher stehlen.

Der Chef des Mitteldeutschen Verlags, Roman Pliske, freute sich, dass erstmals seit Jahren wieder Buchhandlungen auf die Messe kamen, um Bestellungen aufzugeben. Zudem hätten am Verlagsstand viele Autoren ihre Manuskipte eingereicht.

Autor: Reinhard Kleber (dpa, epd, apn)

Redaktion: Hans Ziegler

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