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Europäische Union

Lateinamerika soll den Euro retten

Mehr Investitionen und weniger Protektionismus, so lautet das Credo beim Gipfeltreffen der EU und der Staaten Lateinamerikas. Um die Wirtschaftskrise zu bewältigen, soll die Zusammenarbeit verstärkt werden.

"Niemand darf denken, dass durch Protektionismus diese Schwierigkeiten besser zu bewältigen seien", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das sei eine Lehre aus der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren.

EU & Lateinamerika im Dialog

Zusammen mit Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy und EU-Kommissionspräsident José Barroso warnte sie davor, die einheimische Wirtschaft vor Konkurrenz aus dem Ausland abzuschotten.

In einer Erklärung zum Abschluss des Treffens in Santiago de Chile, bekennen sich die Teilnehmer einstimmig dazu "Protektionismus in all seinen Formen" zu vermeiden. Eine "strategische Partnerschaft" zwischen der EU und den Staaten Lateinamerikas soll eine "nachhaltige Entwicklung" bringen. Zudem sprachen sie sich für eine "offenes und nicht-diskriminierendes multilaterales Handelssystem" aus, das auf klaren Regeln basiere.

Rund 60 Delegationen der Europäischen Union sowie der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) hatten teilgenommen.

Die rasante wirtschaftliche Entwicklung in den CELAC-Staaten zeige, dass sich Europa anstrengen müsse, die Wettbewerbsfähigkeit anzukurbeln und die Schulden abzubauen, sagte Merkel. Zusammen mit Rajoy warb sie am Rande der Konferenz bei Unternehmen zu Investitionen in Europa - am besten in ihren eigenen Ländern.

Kanzlerin als Türöffnerin unterwegs

Außerdem kam sie noch zu einem persönlichen Gespräch mit Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff zusammen. Vor dem Wirtschaftstreffen, an dem auch Chiles Staatschef Sebastián Pinera teilnahm, war Merkel von Pinera im Präsidentschaftspalast empfangen worden.

Beide Länder vereinbarten eine engere Zusammenarbeit im Bergbau und bei der Nutzung mineralischer Rohstoffe. Das Abkommen umfasst auch Umweltschutzfragen und die Ausbildung von Fachkräften.

Chile hat die größten Kupfervorkommen der Welt und ist für Deutschland ein wichtiger Lieferant. Auch Lithium und Jod werden in Chile in großem Umfang abgebaut.

Das Wirtschaftswachtum in der EU wird zu 90 Prozent durch Geschäfte mit Partnern außerhalb der Gemeinschaft erzielt. Lateinamerika ist insbesondere für die EU-Südländer interessant.

uh/wl (dpa, afp)

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