Es ist wieder so weit: Die Hauptstadt ist im Berlinale-Fieber. Das größte Publikumsfestival der Welt bringt über 400 Filme nach Berlin, dazu jede Menge Stars, Filmemacher, Produzenten und Film-Verrückte. Kultur.21 zeigt Ihnen, was wirklich wichtig ist, trifft die Regisseure Ulrich Seidl und Claude Lanzmann - und schaut auf das neue Independent-Kino aus den USA.
Kultregisseur Wong Kar Wai aus Hongkong ist hier in einer Doppelfunktion: Er eröffnet die Festspiele mit "The Grandmaster" und sitzt der Jury vor. Sie entscheidet über 19 Wettbewerbsfilme, darunter der deutsche "Gold". Neu: die Reihe "NATIVe", die Filme indigener Völker zeigt. Ein Kultur.21-Tipp: "Make Hummus not War", eine schräge Doku, in der der Nahostkonflikt mit Kichererbsen ausgetragen wird.
Dem Österreicher Ulrich Seidl ist es gelungen, die Premieren seiner Trilogie auf drei Top-Festivals zu verteilen: Cannes, Venedig und jetzt Berlin. Es geht um Frauen, ihre Sehnsucht, Sexualität und Spiritualität: in "Paradies: Liebe" um Sextouristinnen, in "Paradies: Glaube" um eine Ultrareligiöse und nun, in "Paradies: Hoffnung", um ein übergewichtiges Mädchen. Kultur.21 ergründet diesen Kosmos.
2013 laufen auf der Berlinale so viele US-amerikanische Filme wie schon lange nicht mehr. Statt Hollywood glänzen vor allem die Independents. Sie trauen sich was: Gus Van Sant legt mit "Promised Land" einen Politthriller über ökologischen Raubbau vor. Um Pornos, Ausbeutung und Sex geht es in "Lovelace" - und auch "Concussion" zeigt die etwas andere Begierde: in und außerhalb einer lesbischen Ehe.
Sie ist ein Meilenstein der Filmgeschichte: Claude Lanzmanns zutiefst bewegende, neunstündige Dokumentation "Shoah" (1985) über den Holocaust. Jetzt bekommt der französische Dokumentarfilmer den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk, das wie kein anderes erinnert, mahnt und aufrüttelt. Ein Porträt.
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