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Wissen & Umwelt

Kosmischer Streifschuss

Ein Asteroid von der Größe eines Kreuzfahrtschiffs ist in der Nacht zum 9. November ungewöhnlich nah an der Erde vorbeigerast. Ein seltener Besuch: Zuletzt war das vor 35 Jahren der Fall.

Der 400-Meter-Brocken mit der Bezeichnung 2005 YU55 kam laut US-Weltraumbehörde NASA um 00.28 Uhr (MEZ) bis auf 324.600 Kilometer an die Erde heran und war damit für Astronomen nah genug, um Instrumente auf den Asteroiden zu richten und das Urgestein aus der Entstehungszeit des Sonnensystems zu erforschen. Der Asteroid flog innerhalb der Mondbahn an unserem Planeten vorbei - nach astronomischen Maßstäben ist das ein Streifschuss. Die Gefahr einer Kollision bestand nicht, einen Einschlag auf der Erde hatten die Wissenschaftler frühzeitig ausgeschlossen. Auch übte die Schwerkraft des Asteroiden nach NASA-Angaben keinen messbaren Effekt auf die Erde aus.

Ein Asteroid dieser Größe war der Erde zuletzt 1976 ähnlich nahe gekommen. Wie seine unzähligen Artgenossen im All gilt 2005 YU55 als Überbleibsel der Entstehung des Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren. Er zählt zu den potenziell gefährlichen Asteroiden, die mit der Erde kollidieren und dabei schwerste Zerstörungen anrichten können. Zumindest innerhalb der nächsten 100 Jahre droht unserem Planeten aber von 2005 YU55 keine Gefahr, wie Wissenschaftler errechnet haben.

Trotz des nahen Vorbeiflugs konnte man den Asteroiden mit bloßem Auge nicht erkennen. Nur mit größeren Teleskopen war er zu sehen. Die Forscher nahmen den Brocken bei dessen Anflug auf die Erde unter anderem mit dem Arecibo-Radioteleskop in Puerto Rico und der Antennen-Anlage des Goldstone-Deep-Space-Observatoriums in der Mojave-Wüste (US-Bundesstaat Kalifornien) ins Visier. Auch Astronomen des Clay-Center-Observatoriums in Brookline (US-Bundesstaat Massachusetts) richteten demnach ihr 64-Zentimeter-Teleskop auf den Asteroiden und nahmen Bilder von ihm auf. Damit hoffen die Forscher vor allem, die mineralische Zusammensetzung des Gesteinsbrockens zu entschlüsseln.

Autor: Andreas Sten-Ziemons (mit AFP)
Redaktion: Judith Hartl

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