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Griechenland

Kommt der Schuldenschnitt doch noch?

Trotz des deutschen Widerstands ist ein Schuldenschnitt der Geberländer Griechenlands wohl noch nicht vom Tisch. Laut Medienberichten wurde bei einem Geheimtreffen der Gläubiger ein Forderungsverzicht erörtert.

Ein Friseur schneidet ein gelbes Euro-Zeichen in die blau gefärbten Haare eines Mannes (Foto: dpa)

Symbolbild Schuldenschnitt Griechenland

Die Zeitung "Welt am Sonntag" berichtet, über einen Schuldenschnitt der öffentlichen Geldgeber im Jahr 2015 sei am Montag bei einem geheimen Treffen in Paris gesprochen worden, an dem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und weitere Vertreter der Euro-Länder teilgenommen hätten. Ein solcher Forderungsverzicht könne für die Athener Regierung Ansporn sein, alle Reformauflagen des zweiten laufenden Hilfsprogramms zu erfüllen, das bis Ende 2014 läuft. Zudem ginge es darum, den zunehmend widerspenstigen Internationalen Währungsfonds (IWF) zu beruhigen.

Die Bundesregierung ist bisher strikt gegen einen Verzicht der öffentlichen Gläubiger, der sie Milliarden kosten würde. Stattdessen setzt sie darauf, die Zinsen für die Hilfskredite an Athen zu senken. Für das zweite griechische Hilfspaket hatten bereits die Privatgläubiger auf mehr als die Hälfte ihrer Forderungen an Athen verzichtet.

Forderungsverzicht unausweichlich?

Derweil berichtet das Magazin "Der Spiegel", dass die Europäische Zentralbank (EZB) und der IWF für einen Nachlass werben würden, der den Verzicht auf die Hälfte der Forderungen bedeuten würde. Die beiden Institutionen hielten einen neuen Schuldenschnitt für unausweichlich, damit Griechenland in absehbarer Zeit wieder auf eigenen Beinen stehen könne. Ihr Ziel sei es, die griechische Staatsverschuldung bis 2020 von 144 Prozent auf 70 Prozent zu drücken. Dies würde bedeuten, dass die Geberländer auf die Hälfte ihrer Forderungen verzichten müssten.

Griechenland bangt (21.11.2012)

Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück forderte, den Bundesbürgern müsse gesagt werden, dass es zu einem Ausfall der Griechenland-Kredite kommen könne. Bisher habe Deutschland für Griechenland "keinen Cent bezahlt", sondern nur Garantien übernommen, sagte Steinbrück der "Bild am Sonntag". "Aber es ist gut möglich, dass Garantien fällig werden." Die Deutschen müssten bereit sein, für den Zusammenhalt Europas "Opfer" zu bringen.

Die Euro-Finanzminister und der IWF hatten sich vergangene Woche wieder nicht auf ein Paket für Griechenland einigen können. An diesem Montag wird nun weiter verhandelt. Die Finanzminister müssen über die Zukunft des Hilfsprogramms und die Auszahlung neuer Hilfen von mindestens 31,5 Milliarden Euro entscheiden. Beide Seiten suchen nach Wegen, eine Finanzierungslücke in Milliardenhöhe zu füllen. Wegen der ungeklärten Fragen muss das von einer Pleite bedrohte Griechenland weiter auf die Freigabe dringend benötigter Milliarden warten.

kle/rb (dpa, afp, dapd)

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