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Nachrichten für Lehrer

„Jugend debattiert international“ macht Schule

Zum sechsten Mal läutete die Rednerglocke bei „Jugend debattiert international“ – dieses Mal in Litauens Hauptstadt Vilnius. Jugendliche aus acht Ländern maßen sich im Debattieren auf Deutsch und knüpften neue Kontakte.

„Debattieren liegt nicht jedem Schüler im Deutschunterricht. Es zeigt sich schnell, wem die kontroverse Diskussion Spaß macht und wem nicht. Daraus entstehen dann kleinere, aber auch hoch motivierte Gruppen“, sagt Ditta Hlaváčová, Deutschlehrerin aus Tschechien. Sie war mit ihrem Schüler Tomás in die litauische Hauptstadt Vilnius gereist, wo vom 15. – 19. Oktober das Finale von „Jugend debattiert international“ (Jdi) stattfand. 2007 wurde das Projekt vom Goethe-Institut, der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen ins Leben gerufen. Der Wettbewerb richtet sich an Schulen der acht „Jdi“-Teilnehmerstaaten aus Mittel- und Osteuropa: die drei baltischen Staaten, Polen, Russland, Tschechien, die Ukraine und Ungarn. Vorbild für den internationalen Wettbewerb war der erfolgreiche deutsche Schülerwettbewerb „Jugend debattiert“. Die Organisatoren haben vor allem im Sinn, die demokratische Debattenkultur mit Sprachförderung und Schüleraustausch zu verbinden.

Vorbereitung ist alles

Die Akademie der Wissenschaften: Austragungsort des Finales

Um zum Wettbewerb eingeladen zu werden, bedarf es einiger Vorbereitung. Diese findet vorab in den Schulen der einzelnen Länder statt. Auf dem Stundenplan des Deutschunterrichts steht für diejenigen, die an dem Wettbewerb teilnehmen wollen, das Thema „Debattieren“.

Dabei trainieren die Schüler ihre Redegewandtheit in der Fremdsprache Deutsch, was gar nicht so einfach ist. Im ganzen Land werden anschließend Wettbewerbe unter den teilnehmenden einzelnen Schulen abgehalten. Die Landessieger und ihre Lehrer fahren auf Einladung der Organisatoren zum Finale in die gastgebende Stadt.

Der Spaß kommt nicht zu kurz

Gréta Veronika Szabó, Gewinnerin 2012 von Jugend debattiert international (Jdi) aus Budapest, Ungarn) im Goethe-Institut Prag
oktober 2012

Die Wettbewerbssiegerin Gréta Szabò hat die Juroren überzeugt

Das ist mit einiger Aufregung verbunden, weil keiner weiß, was ihn oder sie genau erwartet. Fünf Tage lang debattieren und miteinander Deutsch sprechen: Das verlangt jedem Einzelnen der 16- bis 19-jährigen „Debattanten“ und „Debattantinnen“ Einiges ab. Diese Begriffe klingen zwar nach Wettstreit und Einzelkämpfern, doch die Atmosphäre des Siegertrainings in Vilnius ist locker und freundschaftlich. Alle duzen sich, wollen neue Kontakte knüpfen. Der Spaß kommt hier neben der Sprachförderung nicht zu kurz.

Jede Debatte besteht aus einer Eröffnungsrunde, freier Aussprache und einer Schlussrunde. Alle Runden sind auf wenige Minuten begrenzt. Debattiert wird über Fragen wie zum Beispiel: „Soll der Zugang zu sozialen Netzwerken im Internet erst ab 18 Jahren erlaubt werden?“ oder: „Haben Migrantenkinder einen Anspruch auf Unterricht in ihrer Muttersprache?“ Jeder weiß: Nur vier der 16 Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind im Finale in der Litauischen Akademie der Wissenschaften dabei.

Nächstes Gastgeberland: Ungarn

Siegerin des Wettbewerbs 2012 ist Gréta Veronika Szabó, Erstsemesterstudentin aus Budapest. Sie war mit der bestimmten Motivation nach Vilnius gereist, „dass man so viel lernen kann, nicht nur über die eigene Überzeugungskraft und Sprachmethode, sondern auch, anderen zuzuhören.“ Gréta hat nicht nur für sich persönlich gewonnen, sondern auch für ihr Heimatland: Im kommenden Jahr wird Ungarn das Finale von „Jugend debattiert international“ ausrichten.

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