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Japan startet neue "Billig-Rakete"

14. September 2013

Erstmals seit zwölf Jahren hat in Japan wieder eine neu entwickelte Trägerrakete abgehoben. Die Epsilon soll dem Land Zugang zum milliardenschweren Geschäft mit Satelliten-Starts verschaffen.

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Epsilon-Raketen-Start vom Uchinoura-Space-Center in Japan (Foto: AP)
Bild: picture-alliance/AP Photo

Im dritten Anlauf hat es nun doch geklappt: Der Start vom Weltraumbahnhof Uchinoura auf der südjapanischen Insel Kyushu erfolgte planmäßig, wie die Weltraumbehörde Jaxa mitteilte. Die dreitstufige Trägerrakete Epsilon, die mit einem Treibstoff in fester Form angetrieben wird, brachte das Teleskop "SPRINT-A" (Spectroscopic Planet Observatory for Recognition of Interaction of Atmosphere) ins All. Es soll die Umgebung von Planeten wie Venus, Mars und Jupiter untersuchen.

Am 27. August war der Start wegen eines Computerfehlers bei der Bodenkontrolle nur wenige Sekunden vor dem Abheben abgebrochen worden. Bereits fünf Tage zuvor hatte die japanische Jaxa den Countdown der neu entwickelten Rakete wegen technischer Probleme verschieben müssen.

30 Millionen Euro statt 90 Millionen

Die Epsilon ist die erste neu entwickelte Rakete in Japan, seit 2001 die H2A eingeführt wurde. Sie ist gut 24 Meter lang und damit nur noch halb so groß wie die H2A, die derzeit überwiegend verwendet wird.

Entscheidend sind jedoch die Entwicklungskosten. So kostet die Epsilon umgerechnet etwa 30 Millionen Euro und damit nur ein Drittel so viel wie die H2A.

Japan startet neue Trägerrakete

Außerdem ist Epsilon laut Jaxa die weltweit erste Rakete, die mit künstlicher Intelligenz ausgestattet ist, wodurch sie selbst ihren Start überwachen kann. Der Start an diesem Samstag wurde lediglich von zwei Laptops aus gesteuert. Nur acht Mitarbeiter waren im Dienst - im Gegensatz zu den 150 Experten, die für gewöhnlich den Start einer H2A-Rakete überwachen.

Zudem brauchen die Wissenschaftler nach eigenen Angaben nur eine Woche, um Epsilon aufzubauen und startklar zu machen. Bei der H2A dauern die entsprechenden Vorbereitungen mindestens sechs Wochen.

Japan will Frankreich Konkurrenz machen

Japan baut darauf, mit dieser preisgünstigeren Alternative Zugang zum milliardenschweren Geschäft mit Satelliten-Starts zu bekommen. Derzeit wird dieses von dem in Frankreich ansässigen Anbieter Arianespace dominiert, der 2012 einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro verbuchte. Aber auch Russland mischt in der Branche mit seinen Sojus-Raketen mit. Große Hoffnungen macht sich zudem der neue US-Anbieter SpaceX.

se/rb (rtr, ape, afpe, dpa)