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Energie

Holz statt Stahl für Windkrafttürme

Die Timber Tower GmbH baut den weltweit ersten Turm aus Holz für eine Windkraftanlage. Damit könne man deutlich höher hinaus als mit Stahl oder Beton, sagen die Pioniere der Windkraft aus Hannover.

Quelle: TimberTower
Aufnahmejahr: 2012
Aufnahmeort: Hannover
Frei zur Verwendung für Pressezwecke

TimberTower - Windrad-Türme aus Holz

60 Meter hoch ist er schon, der halbfertige Holzturm, mit dem die Ingenieure von Timber Tower den Bau von Windkraftanlagen revolutionieren wollen. Dabei kommt der Turm erstmal unscheinbar daher: hellgraue Außenhaut, von Holz keine Spur. Die Außenhaut des Turms besteht tatsächlich aus Kunststoff, "die schützt den Turm vor äußeren Witterungseinflüssen", erklärt Holger Giebel, Geschäftsführer der Timber Tower GmbH. Dass sich unter der glänzenden Außenhaut tatsächlich Holz verbirgt, beweist schnell ein Blick ins Innere des Turms. Das besteht aus einer Fachwerkkonstruktion, auf die spezielle Fichtenplatten montiert werden.

Nach oben offen

100 Meter wird der Turm hoch sein, und außer dem 1,5-Megawatt-Generator und den Rotoren eine vollkommen hölzerne Angelegenheit. Nur den Turm, so lautet das Geschäftsmodell, verkauft das Unternehmen dann an einen großen Anlagenbauer, der eine Turbine installiert und die fertige Windkraftanlage weiter verkauft. "Der Stahlturm steht vor der Herausforderung, dass bei 110 Metern Schluss in der Höhe ist." Der Grund hierfür ist simpel: Der Durchmesser gängiger Turmfüße ist begrenzt auf 4,20 Meter, weil sie sonst beim Transport nicht unter Autobahnbrücken hindurch passen würden.

Quelle: TimberTower
Aufnahmejahr: 2012
Aufnahmeort: Hannover
Frei zur Verwendung für Pressezwecke

TimberTower - Windrad-Türme aus Holz

Nicht so beim Turm aus Holz, der komplett vor Ort montiert wird. Dadurch wird der Transport der Einzelteile laut Holger Giebel unkomplizierter, weil aufwendige Schwertransporte auf der Autobahn wegfallen. Auch der nächste 140 Meter hohe Holzturm in Nienburg bei Hannover ist schon in Planung. 30 bis 40 Prozent mehr Strom als herkömmliche Anlagen soll dieser Riese einmal produzieren, wobei er in der Herstellung zehn bis 20 Prozent günstiger ist als Stahltürme. Zielvorgabe ist ein Preis von fünf Cent pro Kilowattstunde Windstrom. Damit würde der günstige Windstrom an Land um etwa einen Cent günstiger.

Holz - Material mit lokalem Bezug

Das überzeugte auch Hauptinvestor Edwin Kohl, der sein Geld vor allem als Pharma-Importeur in Merzig bei Saarbrücken verdient. 80 Prozent Anteile an Timber Tower hält Kohl inzwischen, der dafür nach eigenen Angaben eine zweistellige Millionensumme in die Hand genommen hat. Für den Saarländer war jedoch auch der Umweltgedanke bei dem Projekt entscheidend: "Wir wollen durch lokalen Bezug, also durch Nutzung des Holzes aus den Wäldern der Region, demonstrieren: Der Strom, der hier produziert wird, ist wirklich grüner Strom." Bei Stahltürmen kann es laut Kohl sein, dass die Kohle für die Produktion des Stahls aus Australien kommt. Dieser Stahl werde dann in Indien produziert, von wo er nach Europa exportiert und zu Windradtürmen verbaut werde. "Das macht einfach keinen Sinn", kritisiert Edwin Kohl.

Über Umsatzzahlen spricht man noch nicht beim Start-Up-Unternehmen aus Hannover. Die Turmbauer haben aber noch viel vor: Rund 30.000 Türme für Windkraftanlagen werden weltweit pro Jahr gebaut, 1000 davon sollen nach ihren Plänen in einigen Jahren auf hölzernen Beinen stehen.

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