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Internet

Google kommt mit blauem Auge davon

Die US-Kartellbehörde hat ihre Untersuchungen gegen den Internetkonzern Google eingestellt. Es seien keine Beweise gefunden worden, dass der weltgrößte Suchmaschinenanbieter seine Marktmacht missbrauche.

Die amerikanische Wettbewerbsbehörde Federal Trade Commission (FTC) war seit gut anderthalb Jahren Beschwerden nachgegangen, wonach Google bei seinen Suchergebnissen eigene Angebote jenen der Konkurrenz vorziehe. Die Anpassungen bei den Suchanfragen im Internet seien gerechtfertigt, stellte die Behörde nun fest.

Der weltgrößte Suchmaschinenbetreiber verpflichtete sich im Gegenzug zu Zugeständnissen. So muss das US-Unternehmen Konkurrenten gegen Gebühr Zugang zu wichtigen Patenten gewähren. Dazu gehören Technologien im Bereich Smartphones und Tablet-Computer, die der Konzern 2012 von Motorola erworben hatte. Hier hatte Google teilweise seine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt, urteilten die Washingtoner Wettbewerbshüter.

Die neue Regelung verhindert nun, dass Google rechtlich gegen Konkurrenten vorgehen kann, wenn diese entsprechende Patente nutzen. Zuletzt lieferten sich Technologiekonzerne wie Apple und Samsung erbitterte Patentstreitigkeiten.

Kein US-Kartellverfahren gegen Google

Sieg für Google

Außerdem muss Google Werbetreibenden mehr Freiheiten einräumen. Diese können nun Kampagnen mit anderen Webseitenbetreibern koordinieren. Der Internetriese sicherte darüber hinaus zu, Maßnahmen einzuleiten, um nicht unberechtigt Inhalte von Webseiten von Konkurrenten abzugreifen. Die "New York Times" wertete die Entscheidung der Kartellbehörde als großen Sieg für Google.

Softwarehersteller Microsoft und andere Technologiekonzerne hatten das Verfahren gegen Google mit angestoßen. Google habe sich Rivalen gegenüber teils aggressiv verhalten, stellten die Wettbewerbshüter fest. Allerdings sei es Aufgabe der FTC, den Wettbewerb zu schützen, nicht individuelle Wettbewerber, sagte eine externe Beraterin, Beth Wilkinson.

Google-Konkurrent Microsoft reagierte mit Kritik auf den Entschluss der FTC. Die Entscheidung der Kartellbehörde sei "schwach, und offen gesagt, ungewöhnlich", schrieb Microsoft-Rechtsberater Dave Heiner im Firmenblog.

EU-Kartellverfahren noch offen

Derzeit läuft noch ein Verfahren der EU-Kommission gegen Google. Brüssel wirft dem Konzern "Missbrauch von Marktmacht" vor und mahnt deshalb eine Änderung seiner Geschäftspraktiken an. Dem Unternehmen wurde eine Frist bis Januar gesetzt, um Bedenken auszuräumen. Bis dahin müsse die Firma detaillierte Kompromissvorschläge unterbreiten, forderte Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia im vergangenen Monat in Brüssel nach einem Treffen mit Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt.

Nach Ansicht der Kommission benachteiligt das Unternehmen unter anderem konkurrierende Firmen bei der Anzeige von Suchergebnissen und nutzt die Inhalte anderer Suchanbieter ungefragt für eigene Zwecke. "Seit Aufnahme unserer vorläufigen Gespräche im Juli haben wir unsere Meinungsverschiedenheiten deutlich reduziert", sagte Almunia. Mit einer einvernehmlichen Lösung könnte Google mögliche Geldstrafen durch die EU-Wettbewerbshüter abwenden.

re/qu (dapd, afp, rtr dpa)

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