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Algerien

Geiseln bei Befreiungsversuch getötet

In Algerien sind bei einem Luftangriff des Militärs nach Medienangaben 34 Geiseln und 15 Entführer getötet worden. Weitere 26 der Verschleppten seien während der Attacke befreit worden.

Bei Angriffen der algerischen Armee auf das von islamistischen Geiselnehmern besetzte Gasfeld hat es nach Angaben eines Sprechers der Gruppe mehrere Todesopfer gegeben. Mehrere Geiseln und Kidnapper seien getötet worden, meldete die mauretanische Informationswebseite ANI unter Berufung auf einen Sprecher der islamistischen Gruppe. Das islamistische Kommando hatte die Anlage im Osten Algeriens am Mittwoch überfallen und neben zahlreichen Algeriern auch mehrere Dutzend westliche Ausländer als Geiseln genommen.

Zuvor hatte sich eine dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehende Extremistengruppe zu dem Angriff auf das Erdgasfeld "In Amenas" im Osten Algeriens bekannt und erklärt, sie habe 41 Menschen unterschiedlicher Nationalität als Geiseln genommen. Darunter seien sieben US-Bürger, zwei Franzosen und zwei Briten. Laut algerischen Medienberichten, die sich auf eine Mitteilung der zuständigen Präfektur Illizi berufen, gelang inzwischen einem Teil der entführten Arbeiter der Erdgasförderanlage die Flucht. Die Rede ist von 30 Algeriern, aber auch einigen Ausländern.

Geiselnahme als "Rache" für Mali

"Unsere gesegnete Expedition ist Teil eines internationalen Feldzugs zur Bekämpfung der Juden und Kreuzritter", erklärte die "Brigade der Al-Kaida im islamischen Maghreb" (AQMI). "Wir machen die Regierungen Algeriens und Frankreichs und der Geiseln voll verantwortlich für jede Verzögerung bei der Erfüllung unserer Forderungen, deren wichtigste die sofortige Einstellung des Angriffs auf unser Volk in Mali ist." Das AQMI-Kommando nennt sich "Die mit Blut unterschreiben".

Geiseln melden sich per Telefon

Drei der mutmaßlichen Geiseln forderten in Telefonaten einen Rückzug der algerischen Armee. Ein Brite, ein Ire und ein Japaner sagten dem Fernsehsender Al-Dschasira am Telefon, die rund um das Gasfeld stationierten algerischen Soldaten müssten abziehen und die Schüsse gegen die Anlage einstellen, um eine Verhandlungslösung zu ermöglichen. Ein weiterer gekidnappter Mann sagte dem TV-Sender France 24, einige Geiseln würden dazu gezwungen Sprengstoffgürtel zu tragen.

"Eingekesselt"

Die algerische Regierung hat nach Angaben aus Sicherheitskreisen Gespräche mit den USA und Frankreich über einen möglichen internationalen Einsatz im Geiseldrama in der Sahara aufgenommen. Überdies stehe die Regierung mit Stammesältesten der Tuareg in Kontakt, sagte ein Gewährsmann. Die Tuareg sollen enge Verbindungen zu den Al-Kaida nahestehenden islamistischen Extremisten haben. Direkte Verhandlungen mit den Terroristen - es soll sich um etwa 20 schwer bewaffnete Männer handeln - lehnte der algerische Innenminister Dahou Ould Kablia strikt ab. Inzwischen hätten Truppen die Geiselnehmer "eingekesselt", sagte der Minister im örtlichen Fernsehen. Laut Medien-Berichten sollen die Terroristen gedroht haben, das Gasfeld in die Luft zu sprengen, falls die Armee zur Befreiung der Geiseln ansetzen sollte.

Das Gasfeld wird vom britischen BP-Konzern, Statoil aus Norwegen und dem algerischen Staatsunternehmen Sonatrach gemeinsam betrieben. Es liegt in der Nähe der Grenze zu Libyen und mehr als 1000 Kilometer von der Grenze zu Mali entfernt. Die Regierungen in den USA, Norwegen, Großbritannien, Irland und Japan bestätigten, dass sich Bürger ihrer Länder unter den Geiseln befinden.

gd/kis (dapd, dpa, afp, rtr)

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