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Radsport

Geht es Fuentes an den Kragen?

Das hoffen viele, glauben aber wenige: Immerhin aber läuft jetzt der Prozess gegen den mutmaßlichen spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes – fast sieben Jahre nach der "Operación Puerto".

Endlich ist es soweit, denken eigentlich alle: Die vielen, die sich wünschen, dass Eufemiano Fuentes überführt wird. Die wenigen, die von seiner Unschuld überzeugt sind. Einige, die hoffen, nicht noch mit in den Dopingsumpf gezogen zu werden und die, die das ganze nicht mehr hören können, weil sie das Thema einfach nur nervt. Immerhin sind fast sieben Jahre ins Land gegangen, bis der Prozess gegen den mutmaßlichen Dopingarzt hat beginnen können. Die "Operación Puerto", die zur Aufdeckung des größten Dopingskandals im spanischen Radsport geführt hatte, wird nun in Madrid verhandelt.

Hauptangeklagter Fuentes

Neben Eufemiano Fuentes müssen sich noch vier Mitangeklagte vor den Richtern verantworten, doch der spanische Arzt ist der Hauptangeklagte. Neben ihm sitzen dessen Schwester Yolanda und die früheren Rennstallmanager Manolo Saiz (Once, Liberty), José Ignacio Labarta (Comunidad Valenciana) und Vicente Belda (Kelme) auf der Anklagebank.

Ex-Radprofi Jörg Jaksche (Foto: imago/Martin Hoffmann)

Der Ex-Radprofi und geständige Dopingsünder Jörg Jaksche soll am 11. Februar als Zeuge in Madrid aussagen

Radsportler selbst sucht man an dieser Stellen zwar vergebens, dennoch sind einige Profis beteiligt: als Zeugen die geladen wurden. Aussagen sollen beispielsweise der zweimalige Tour-de-France-Sieger Alberto Contador aus Spanien, der Italiener Ivan Basso, zweimaliger Sieger des Giro d'Italia, und der ehemalige Radprofi und geständige Dopingsünder Jörg Jaksche. Als Nebenkläger treten die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und der Weltradsportverband UCI auf.

Großer Skandal, kleine Auswirkung?

Prozessauftakt gegen den Doping-Mediziner

Bereits im Mai 2006 ging die "Operación Puerto" über die Bühne, der aufgedeckte Skandal sorgte weltweit für Schlagzeilen. Mehr als fünfzig Radprofis gerieten unter Dopingverdacht, darunter Größen wie Jan Ullrich, Basso und Tyler Hamilton. Doch im Lichte dessen, was die spanische Staatsanwaltschaft jetzt fordert, mutet das damalige Geschehen wie ein Sturm im Wasserglas an: je zwei Jahre Haft und ein zweijähriges Berufsverbot für alle Angeklagten. Die Behörde legt ihnen "eine Gefährdung der öffentlichen Gesundheit" zur Last, denn Doping war zur Zeit der Aufdeckung des Skandals nach spanischem Gesetz nicht strafbar. Das Gerichtsverfahren ist bis Mitte März terminiert, die Urteile werden kaum vor April erwartet.

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