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Freilassung der IS-Geiseln im Austausch

28. Januar 2015

Kurz vor Ablauf der Frist, die die Geiselnehmer des "Isamischen Staats" gestellt haben, zeichnet sich eine Lösung ab. Demnach würden die Männer aus Japan und Jordanien freikommen. Der Preis ist ein Gefangenenaustausch.

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Fahne Islamischer Staat (Foto: Imago/Xinhua)
Bild: Imago/Xinhua

Wie ein Sprecher mitteilte, sei Jordanien bereit, die IS-Kämpferin Sadschida al-Rischawi im Austausch freizulassen. Al-Rischawi war im Jahr 2006 wegen der Beteiligung an einer Anschlagsserie auf Hotels in der jordanischen Hauptstadt Amman zum Tod verurteilt worden. Jordanien geht damit auf die Bedingungen des "Islamischen Staates" ein, um die Ermordung der beiden Geiseln aus Japan und Jordanien zu verhindern.

Nach der Ermordung einer ersten japanischen Geisel hatte die Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) in einem in islamistischen Internetportalen veröffentlichten Video mit der Tötung eines zweiten Japaners sowie eines gefangengenommenen jordanischen Kampfpiloten binnen 24 Stunden gedroht.

Eine Stimme sagte in dem Video, Kenji Goto werde getötet, sollte Jordanien nicht die in dem Land inhaftierte irakische Extremistin Sadschida al-Rischawi freilassen.

Japan: Wir tun alles um Freilassung zu erreichen

In dem Video war Goto mit einem Bild des Jordaniers in den Händen zu sehen. Ein ähnliches Video hatte die Terrormiliz kurz vor der Ermordung des Japaners Haruna Yukawa veröffentlicht. Goto sagt in der Aufnahme, jede Verzögerung der Freilassung der inhaftierten Frau durch Jordanien führe zum Tod - erst zu dem des Piloten, dann zu seinem eigenen.

Japans Regierungschef Shinzo Abe sprach von einer ernsten Situation, in der sich Japan befinde. Die jüngsten Drohungen des IS seien verachtenswert verurteilt. Er sei zutiefst "empört" angesichts des neuen Ultimatums für eine zweite japanische Geisel.

Gotos Mutter, Junko Ishido, hatte sich in einem Brief an Abe gewandt und den Premierminister gebeten, alles zu tun, um das Leben ihres Sohnes zu retten.

Lösegeldzahlung abgelehnt

Bereits vor einigen Tagen war der im August in Syrien gefangengenommene 42-jährige Yukawa von IS-Kämpfern getötet worden. Am Freitag war ein Ultimatum an die japanische Regierung abgelaufen, ein Lösegeld von 200 Millionen Dollar (knapp 177 Millionen Euro) zu zahlen, um Yukawa und den vermutlich im Oktober in Syrien verschleppten 47-jährigen Goto freizukaufen. Die japanische Regierung hatte die Zahlung von Beginn an abgelehnt.

Die Gefangennahme des jordanischen Kampfpiloten Maas al-Kassasbeh war im Dezember bekannt geworden. Die Dschihadisten gaben an, sein Flugzeug während eines Einsatzes für die gegen den IS kämpfende US-geführte internationale Allianz mit einer Abwehrrakete mithilfe von Wärmesensoren abgeschossen zu haben. Jordanien und die USA widersprachen dieser Darstellung. Aktivisten sprachen von einem technischen Defekt.

fab/gmf/wa (afp, rtr)