1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Feuer verwüstet tibetisches Dorf

11. Januar 2014

Ein gewaltiges Feuer hat ein altes tibetisches Dorf in der Region Shangri-La verwüstet. Etwa 260 traditionelle Holzhäuser seien den Flammen zum Opfer gefallen, melden amtliche chinesische Medien.

https://p.dw.com/p/1Aozd
Tibetisches Dorf von Feuer verwüstet
Bild: Reuters

Mehr als tausend Feuerwehrleute und freiwillige Helfer waren demnach in dem Dorf Dukezong in der südwestchinesischen Provinz Yunnan im Einsatz, um das Inferno zu bekämpfen.

Die Flammen schlugen zehn Meter hoch in den Himmel

Das Feuer sei in der Nacht ausgebrochen und am Vormittag noch immer nicht unter Kontrolle gewesen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Auf zahlreichen im Internet veröffentlichten Fotos waren mehr als zehn Meter hohe Flammen zu sehen, die einen ganzen Straßenzug niederbrannten. Die Bewohner hätten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden können, es gebe keine Angaben über Verletzte, hieß es in dem Xinhua-Bericht.

Tibetisches Dorf von Feuer verwüstet
Die Holzhäuser fingen rasch Feuer, nur weniges konnte gerettet werdenBild: Reuters

Dukezong bedeutet "Mondstadt". Das Dorf wurde vor 1300 Jahren gegründet und wurde zu einer wichtigen Etappe an der südlichen Route der Seidenstraße, berichtete Xinhua.

Erst vor kurzem hatte es in Serthar gebrannt

Erst vor wenigen Tagen war in der nahegelegenen Provinz Sichuan eine weitere tibetische Kultstätte, das buddhistische Serthar-Institut, Opfer eines Großbrandes geworden.Die Brandursache sei unklar, es würden Ermittlungen eingeleitet. Sicher ist: Das Zentrum Serthar war mehrmals Ziel von Repressionen der chinesischen Behörden gewesen.

Das in einem abgelegenen Tal in 4000 Metern Höhe liegende Institut wurde 1980 gegründet. Es zählt auch weltweit zu den wichtigsten Zentren des tibetischen Buddhismus. Schätzungen zufolge leben dort mehr als 10.000 Mönche, Nonnen und Studenten in kleinen Holzhäusern am Hang.

Vertreibungen und Schikane

Im Jahr 2001 hatten bewaffnete Polizisten hunderte Menschen aus Serthar vertrieben und etwa tausend Häuser zerstört. Nach Angaben ausländischer Menschenrechtsgruppen wurden Nonnen gezwungen Papiere zu unterschreiben, in denen sie den Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der Tibeter, verunglimpften und versprachen, nicht zurückzukehren. Der Gründer des Zentrums, Khnepo Jigme Phuntsok, wurde ein Jahr lang inhaftiert.

Anfang 2012 war von Serthar eine Welle der Gewalt ausgegangen, nachdem die Polizei mit Tränengas gegen eine friedliche Demonstration von Tibetern in der Gegend vorgegangen war. Seit dem Jahr 2009 haben sich mehr als 120 Tibeter aus Protest gegen die chinesische Führung selbst angezündet. Die Tibeter werfen der Führung in Peking vor, sie sozial und wirtschaftlich zu benachteiligen sowie die Kultur und Tradition in ihrer Heimat zu zerstören. Der Dalai Lama lebt seit einem gescheiterten Aufstand 1959 im indischen Exil.

haz/re (afp, dpa, rtr)