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Ex-Microsoft-Chef kauft Basketball-Team

30. Mai 2014

Steve Ballmer hat zwei Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt, um den umstrittenen Besitzer der "Los Angeles Clippers" aus dem Verein herauszukaufen. Dessen Frau und Ballmer bestätigten den Deal.

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Microsoft-Chef Ballmer im August 2013 bei der Ankündigung seines Rückzug
Bild: Reuters

Im April hatte die US-Website TMZ.com, die meist Klatsch und Tratsch über Prominente verbreitet, den Mitschnitt eines Gesprächs des Besitzers der LA Clippers veröffentlicht, in der Donald Sterling seinem Rassismus freien Lauf lässt. Der 80-jährige Immobilien-Tycoon hatte in der Unterredung seine Freundin aufgefordert, keine - so wörtlich schwarzen Menschen - zu den Spielen der Clippers mitzubringen und dies auch auf die Basketball-Ikone Earvin "Magic" Johnson bezogen. Sterling bestätigt diese Äußerungen später mehr oder weniger.

US-weite Empörung

Donald Sterling (Foto:AFP/Getty Images)
Donald SterllngBild: ROBYN BECK/AFP/Getty Images

Der Fall sorgte in USA weit über die von afroamerikanischen Stars dominierte Liga hinaus für Empörung. Sponsoren der Clippers sprangen ab. Die Spieler demonstrierten gegen ihren Club-Chef. Präsident Barack Obama, ein bekennender Basketball-Fan, verurteilte Sterlings Äußerungen als "unglaublich rassistisch beleidigend". Der Basketballverband NBA fackelte nicht lange und sperrte den Milliardär auf Lebenszeit. In der kommenden Woche wollten die Chefs der anderen Vereine entscheiden, ob Sterling seinen Club abgeben muss.

Dem zu erwartenden Ausschluss aus der illustren Runde der Vereinsinhaber kam Sterling zuvor und übertrug das Team auf seine Frau, die sofort ihre Absicht ankündigte, die Clippers zu verkaufen.

Kampf prominenter Bieter

Nach US-Medienberichten entbrannte eine richtige Bieterschlacht. Film-Produzent David Geffen, die Talk-Show-Moderatorin Oprah Winfrey und Oracle -Chef Larry Ellison taten sich danach zusammen und boten 1,6 Milliarden Dollar für den Club. Zudem habe eine Offerte von Investoren aus Los Angeles in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar vorgelegen, hieß es.

Sie wurden übertrumpft von Ballmer. Der ehemalige Microsoft-Chef und Sterlings Frau Shelly einigten sich auf einen Kaufpreis von zwei Milliarden Dollar, wie beide Seiten bestätigten. Es ist eine der höchsten Summen, die je für eine Profi-Basketball-Mannschaft gezahlt worden ist. Die Eigentümer der anderen Clubs und der Verband NBA müssen dem Geschäft noch zustimmen. Sterling hatte die Clippers 1981 für 12,5 Millionen Dollar gekauft. Der Wert des Vereins wird nach Agenturmeldungen heute auf 550 Millionen Dollar taxiert.

Ballmer wird durch den Kauf kein armer Mann. Der 58-Jährige hatte im Februar den Posten als Microsoft-Chef abgegeben. Er gehört aber weiterhin dem Direktorium des Software-Riesen an. Ihm gehören etwa vier Prozent des Konzerns. Ein Microsoft-Sprecher sagte, Ballmer stehe für eine Stellungnahme zu den Berichten über den Clippers-Kauf nicht zur Verfügung.

wl/SC (rtr,ape)