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So viele arme Alte wie noch nie

22. Oktober 2013

Alarmierende Zahlen vom Statistischen Bundesamt: In Deutschland sind immer mehr alte Menschen auf Hilfe des Staates angewiesen. Gewerkschaften und Sozialverbände sprechen von einem "sozialpolitischen" Skandal.

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Eine 83-jährige Frau hält verschiedene Euromünzen in der Hand (Foto: dpa)
Bild: Getty Images

Immer mehr der rund 20 Millionen Rentner in Deutschland können sich nur noch mit Sozialhilfe über Wasser halten. Ende 2012 bekamen rund 465.000 Personen über 65 Jahre Leistungen der Grundsicherung, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Das entspricht einem Anstieg um 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Hilfebezieher ist damit so hoch wie noch nie seit Beginn dieser Statistik 2003. Damals waren es rund 258.000, seither ist die Zahl nahezu kontinuierlich gestiegen: auf fast das Doppelte innerhalb von zehn Jahren.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund, die IG Metall und die deutschen Sozialverbände forderten die neue Bundesregierung auf gegenzusteuern. Ihre Experten glauben an noch höhere Armutszahlen, da viele Betroffene sich ihrer Situation schämten und keinen Antrag auf Grundsicherung stellten. Die verdeckte Armut sei noch einmal doppelt so hoch wie die registrierte, meinte etwa DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

Die SPD hat im Vorfeld der Koalitionsverhandlungen mit der CDU/CSU bekräftigt, gegen Altersarmut vorgehen und Verbesserungen bei den Erwerbsminderungsrenten auf den Weg bringen zu wollen.

Arm und krank im Alter: Überlebenshilfe durch Suppenküchen (foto: Sean Gallup/Getty Images)
Arm und krank im Alter: Überlebenshilfe durch SuppenküchenBild: Getty Images

Besonders betroffen: Frauen im Westen und Städter

Auf die Grundsicherung im Alter sind laut den Wiesbadener Berechnungen insbesondere westdeutsche Frauen angewiesen. Spitzenreiter unter den Bundesländern sind die Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin. Am seltensten in Anspruch genommen wurden die Leistungen in Sachsen und Thüringen.

Neben den Empfängern von Grundsicherung im Alter erhalten rund 435.000 weitere Bedürftige Grundsicherung wegen dauerhafter Erwerbsminderung, zum Beispiel wegen Erkrankungen (2011: 408.000).

SC/rb (epd, rtr, dpa)