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Full episode 21.07.10 | 19:30 - 20:00 UTC

Europa aktuell - Das Magazin aus Brüssel

Full episode

Europa aktuell - Das Magazin aus Brüssel

Topic

Frankreich: Das Komplott

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Tschechien: Wird Prag das neue Amsterdam?

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Belgien: Die dunkle Vergangenheit im Kongo

Ein Familienstreit der superreichen L'Oreal-Erbin Bettencourt hält Frankreich in Atem. Enthüllungen über Steuerhinterziehung und illegale Parteispenden setzen auch Präsident Sarkozy unter Druck

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Frankreich: Das Komplott

Es geht um Geld, Macht und Politik. In der Affäre um die reichste Frau der Welt, die L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt, gerät Präsident Sarkozy in Bedrängnis.

Den Skandal losgetreten hat die Tochter der Milliardärin. Der Vertraute ihrer Mutter soll sich diese hörig gemacht haben. Vielleicht geht es Francoise Bettencourt-Meyers aber auch nur um ihr Erbe. Besonderen Reiz gewinnt die Affäre für die Franzosen durch den „Aufstand des niederen Personals": Ein spionierender Butler und die Enthüllungen einer Buchhalterin setzen die Regierung unter Druck. Die Milliardärin soll Sarkozys Partei illegal Geld gespendet haben. Auch Sarkozy selbst soll in seiner Zeit als Bürgermeister Geld für seinen Wahlkampf bekommen haben. Der Präsident hat die Anschuldigungen als „Lügen und Verleumdung" zurückgewiesen.

Spanien: Frauen in der Armee

Spaniens konservative Generäle müssen umdenken: Seit zwei Jahren ist das Verteidigungsministerin mit einer Frau besetzt. Und selbst in der „Legion, der militärischen Elitetruppe Spaniens, dienen inzwischen zahlreiche Frauen.

Die Legion war noch bis in 90er Jahre eine reine Männerbastion, seitdem haben auch Frauen die Möglichkeit einzutreten, wenn sie sich körperlich und geistig dafür eignen. Die Legionäre bezeichnen sich selbst als Bräutigam oder „Braut des Todes“. Laut ihrem Kodex gibt es nichts Ehrenhafteres als im Kampf zu fallen – auch heute noch. Der Mythos der Legion ist das eine, das andere ist die sichere Berufsperspektive, die junge Leute beiderlei Geschlechts in die Legion zieht.

Tschechien: Wird Prag das neue Amsterdam?

In Tschechien ist in diesem Jahr das Drogengesetz gelockert worden. Drogenfahnder wollen das gerne wieder ändern.

Der Besitz von 15 Gramm Hasch oder vier Ecstasy-Pillen gilt nicht mehr als Straftat sondern nur noch als Ordnungswidrigkeit. Prag könnte Amsterdam schon bald als begehrte Jugend-Hauptstadt überholen. Wer gerne mal ungestraft einen Joint rauchen will, kann sich rund um den Wenzelsplatz eindecken. Schon zu sozialistischen Zeiten gab es Suchtkliniken – damals ziemlich einmalig im Ostblock. Der Handel mit Drogen steht weiter unter Strafe. Die Nachbarländer sehen Tschechiens liberale Drogenpolitik gleichwohl mit großer Sorge.

Belgien: Die dunkle Vergangenheit im Kongo

Belgien und der Kongo - das ist auch 50 Jahre nach der Unabhängigkeit des Kongos noch eine offene Wunde. Nur wenige Belgier wollen sich mit der brutalen Ausbeutung ihrer früheren Kolonie unter König Leopold II auseinandersetzen.

Abgeschlagene Hände, niedergebrannte Dörfer und Massenexekutionen waren während der belgischen Kolonialherrschaft an der Tagesordnung. Doch die belgischen Schulkinder erfahren davon nur wenig. Die Nachfahren der einstigen Sklaven wohnen heute abgeschottet im Brüsseler Stadtteil Matonge. Manchmal haben sie das Gefühl, dass der Kongo für die Belgier immer noch eine Kolonie ist.

Russland: Ein Dorf bläst den Marsch

Bawleny ist ein kleiner Ort in der russischen Provinz über den wohl niemand ein Wort verlieren würde. Gäbe es da nicht seit 30 Jahren eine Musikschule und ein Blasorchester für Kinder.

Bawleny zählt 3000 Einwohner, der Ort liegt vier Stunden von Moskau entfernt. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. Und doch ist etwas anders in Bawleny: sie haben hier Kultur. In der Musikschule wird den Kindern die Liebe zur Musik vermittelt. Und das sehr erfolgreich: Das Blasorchester hat längst alle Provinzwettbewerbe gewonnen. Tourneen führen nach Polen, Ungarn und Deutschland. Für die Kinder eine einmalige Möglichkeit ins Ausland zu kommen.