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Buchcover

Das ist der Stoff, aus dem die wahren Dramen sind: Daniel, ein Eifeljunge, der in der Nähe des Laacher Sees lebt, hat sich mit Flora und Diego angefreundet, die Cousin und Cousine sind und kürzlich als Zugezogene in dem Dorf landeten. Flora und Diego entstammen einer Sinti-Familie, ihre allein erziehende Mutter und Tante geht, als wäre ihre Herkunft nicht schon aller Übel genug, zweifelhaften Liebesgeschäften nach, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Schuldig und tot - oder?

Das, klar, kann nicht gut gehen, die Dörfler wissen es genau, insbesondere die Frauen der Männer, die zu den Hausfreunden der reichlich unkonventionellen Frau gehören. Und deshalb kommt es fast folgerichtig, wie es kommen musste: Eines schönen Sommertages steigt Daniel aus dem Laacher See, wohin es ihn mit seinen Freunden zum Schwimmen zog - und findet die schöne Flora, die Nichte der Hure, draußen auf der Wiese tot vor, erschlagen. Diego, der verzweifelt neben seiner Cousine kauert, scheint, ganz klar, der Täter zu sein. Schließlich ist sonst keiner da …

Diego wird verhaftet und bringt sich kurz drauf in seiner Zelle um, damit ist der Schuldige gefunden und das Drama komplett.

Zurück in die Vergangenheit

Erzählt wird die Geschichte nun von Daniel, aus seiner Sichtweise 20 Jahre später. Mit Müh' und Not hat der einstige Zeuge die Geschehnisse verkraftet, hat woanders das Abitur bestanden und sich eine Existenz aufgebaut, als ihn ganz unvermittelt ein Brief in die Vergangenheit zurückbeordert: Rafael schreibt, der verbleibende Bruder bzw. Cousin der seinerzeit Gestorbenen.

Rafael, der mittlerweile als Strafverteidiger arbeitet, ist überzeugt davon, das Diego unschuldig war. Und er möchte, wie er es dem Cousin kurz vor dessen Tod versprach, den wahren Täter finden. Deshalb bittet er nun alle damals Beteiligten - das sind außer Daniel noch einige ehemalige Freunde mehr - zurück in die Eifel, in die Vergangenheit, an den Ort des Geschehens, wo er ihnen neue Erkenntnisse präsentieren möchte …Jetzt nimmt der zweite Teil des Dramas seinen Lauf, schon bald ist der erste Tote der Gegenwart zu verzeichnen.

Gewitzte Schlusswendung

Frank Bresching, der in Koblenz lebt und eigentlich als Kaufmann arbeitet, erzählt all das als Psychothriller reinsten Wassers: Packend, verunsichernd, oszillierend, immer näher gehend - und durch und durch bedrohlich. So hat man die Eifel im deutschen Kriminalroman noch nicht erlebt, und deshalb ist "Das verlorene Leben“ ein neues Kapitel Genre- und Regionalliteratur: Sehr gut geschrieben, formal versiert, figurenpsychologisch stimmig und mit einer gewitzten Schlusswendung versehen. Kompliment, das ist Genreliteratur auf hohem Niveau.

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