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Kultur

Geduldet: wenig Rechte, viele Pflichten

Fayssal Saado (19) ist in Deutschland geboren, muss aber ständig mit Abschiebung rechnen. Seine Eltern können die gemeinsame Herkunft nicht beweisen. Ein Leben ohne Perspektive.

Der rote Balken in Fayssals Pass bedeutet Abschiebestopp für drei Monate

8 Uhr morgens im Amt für Ausländerangelegenheiten in Essen. Es ist noch ruhig auf den Fluren. Fayssal Saado (19) und sein Bruder Sami (17) sind müde. Sie sind hier, um ihre Duldung zu verlängern. Die Sachbearbeiterin tippt routiniert, druckt neue Duldungsaufkleber aus, stempelt ab. Alle drei Monate muss Fayssal seine Duldung verlängern. Normalerweise wartet er dann vor der Tür. Heute darf er mit ins Büro von Karl Rothvoß, dem stellvertretenden Leiter der Behörde. Rothvoß findet, dass die Saados bislang nicht genug unternommen haben, um ihre Identität zu beweisen.

"Die Mutter müsste uns klar die Familienstrukturen darlegen, und auch sagen, was sie unternommen hat, welche Möglichkeiten vielleicht noch bestehen, oder wo es vielleicht auch Misserfolge gegeben hat", sagt er, "und wenn wir zu dem Ergebnis kommen, dass hier in zumutbarer Weise nichts unternommen werden kann, dann würden wir auch den Aufenthaltstitel erteilen."

Unter Generalverdacht

Fayssals Neffen Yusef (links) und Mahmud Osman haben Glück: ihr Vater hat einen libanesischen Pass

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