Die Media City hat auch mehrere deutsche Geschäftsleute und Produzenten angelockt. Michael Trüschler hat in Dubai innerhalb von nur einem Jahr seinen eigenen Sender gegründet: Citruss TV ist ein "Luxus-Lifestyle-Shopping-Sender", der rund um die Uhr sendet. In den selbstproduzierten Beauty-Shows verkauft er Kosmetika für die betuchte arabische Frau, aber auch Luxusvillen, Yachten und Rennpferde. Das Medien-Geschäft in Dubai sei hart umkämpft, sagt der junge Senderchef, entgegen aller Klischees liege das Geld nicht auf der Strasse. Michael Altenhenne hat ihn getroffen.
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Die Luxuswelt von Citruss TV: Pferde, Yachten, Kosmetik. Ein Shopping-Sender für die arabische High-Society. Die Idee dazu hatte Michael Trueschler. Der 30jaehrige Deutsche hat in Dubai Media City seinen eigenen Sender aufgebaut. Seit knapp einem Jahr kann Citruss TV per Satellit von rund 70 Millionen Zuschauern im Mittleren Osten empfangen werden. Mit selbst produzierten Beauty-Shows und eigenem Callcenter hat der Jungunternehmer vor allem eine Zielgruppe: die zahlungskraeftige arabische Frau.
"Die Frauen verbringen die meiste Zeit im Haus, der Fernseher läuft den ganzen Tag über, und für sie ist es natürlich sehr bequem, einfach den Telefonhoerer abzunehmen, das Produkt zu bestellen, europaeische Produkte sind sehr gefragt in der Region, d.h. genau fuer diese Zielgruppe passt dieses Produkt sehr gut, und da wir in dieser Live-Show auch alles in arabisch machen, die Moderatorin arabisch ist, die Produktspezialisten, Modells, passt das sehr gut, die Frauen koennen sich damit identifizieren", so Trueschler.
Für Sandro Capelle ist Citruss TV eine von vielen Erfolgsgeschichten, die Dubai Media City vorzuweisen hat. Besprechung in der Marketing-Abteilung, Capelle soll internationale Medienunternehmen nach Dubai locken. Das Emirat will so Mittelpunkt des arabischen Medienmarktes werden - für die Scheichs ein lukratives Zukunftsgeschaeft. Sandro Capelle: "Grundsaetzliche Idee hinter diesen Großprojekten wie Media City, Internet City, Knowledge Village ist es, die Wirtschaft zu diversifizieren, weg vom Öl! Wir sind jetzt in Dubai bei 8% Anteil am Bruttosozialprodukt Ölwirtschaft und 92% ist Handel, Tourismus, Finanzdienstleistungen. Wir von Media City, Internet City, sind ein Teil dieser Bemuehungen.
Rund 1000 Firmen haben sich inzwischen in Dubai Media City eingemietet, darunter auch die Grossen der Branche. MBC, das Middle East Broadcasting Center, ist einer der fuehrenden Medienkonzerne der arabischen Welt. Das Unternehmen aus Saudi Arabien produziert in Dubai u.a. den Nachrichtensender Al Arabija und macht damit Al Dschasira Konkurrenz. Inzwischen werden 80 Fernsehkanaele von Dubai aus gesendet, der boomende Medienmarkt zieht auch den deutschen Fernsehproduzenten Tewe Pannier hierher. Seine Firma Telecast verkauft unter anderem "Earth TV": Mit einem weltweiten Kameranetzwerk liefert Earth TV Bilder aus mehr als 70 Metropolen und kann Live ueber den gesamten Globus springen. Das Programm verkauft sich auch in der arabischen Region gut. "Sie haben hier viel oefter Situationen, wo mal was gewagt wird, wo was versucht wird, und das ist mit unserer hochkonsolidierten Industrie in Europa, geschweige denn in Amerika, ja nicht mehr der Fall. Da geht alles in die Marktforschung und da muss jeder Manager was zu sagen. Hier kann es oft sein, dass einer von oben sagt, das wollen wir jetzt und dann wirds gemacht, und das ist natürlich ein sehr schönes Gefühl für einen Lieferanten", meint Pannier.
Kurze Wege, auch das schätzt Pannier an der Media City. Dazu kommen Steuer- und Pressefreiheit. Innerhalb der medialen Freihandelszone gibt es keine Zensur, ein wichtiger Standortvorteil fuer Dubai. Tewe Pannier: "Was Dubai gelungen ist und der Media City, ist tatsaechlich die Drehscheibe fuer den gesamten arabischen Raum in der Medienwelt innerhalb von 3-4 Jahren aufzubauen und das ist eine Riesenleistung. Es hat funktioniert, hier war vor 3 Jahren noch nichts, nen bischen Wuestensand und jetzt zig Tausende von Arbeitsplaetzen und hier wird Geschaeft gemacht. Auch mit der Fernseh-Vermarktung von Grossereignissen, gerade dabei sieht der deutsche Medienunternehmer noch enormes Potential. Vor kurzem hat seine Firma das Staatsjubilaeum des Emirats Oman mitorganisiert und vermarktet, eines ist klar: der Sultan hat nicht gekleckert sondern geklotzt.