Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach dem ersten Weltfinanzgipfel der G20 in Washington treffen sich die Führer der zwanzig einflussreichsten Staaten zum fünften Mal. In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul wollen sie am 11. und 12. November Bilanz ziehen, was aus ihrem damals vereinbarten Fahrplan für eine neue Weltfinanzordnung geworden ist. Zudem werden sie strengere Richtlinien für das Eigenkapital von Banken beschließen – die sogenannten Basel III-Regeln. Auf der Tagesordnung stehen auch die weltweiten Handels-Ungleichgewichte und die daraus resultierenden Währungskonflikte.
Einer der wichtigsten Köpfe bei den Reformbemühungen rund um die Finanzmarktregeln ist Michel Barnier. Der streitbare Franzose ist EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen. Doch was so harmlos klingt, ist für die Finanzmärkte ein rotes Tuch: Denn Barnier hat den Auswüchsen der Branche den Kampf angesagt. Hedgefonds, Ratingagenturen und die Banken selbst: Barnier hat sie alle im Visier.
Die Commerzbank hängt am Tropf des Steuerzahlers. 16 Milliarden Euro hat der Bund als stille Einlage in das Institut gepumpt, um es auf dem Höhepunkt der Krise vor dem Zusammenbruch zu retten. Inzwischen ist die Commerzbank wieder recht vital, sie wird das Jahr wohl mit einem Milliardengewinn abschließen. Dennoch – so hieß es am Montag bei der Vorlage der Quartalszahlen – wird es wohl nicht reichen, um Zinsen zu zahlen auf die Staats-Milliarden.