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Einschätzungen von Rupert Neudeck, Gründer des Flüchtlingshilfswerkes "Cap Anamur" und jetzt Leiter der deutschen Hilfsorganisation "Grünhelme".

Ägypten: Muezzin aus der Konserve

Muezzin ist ein ehrenwerter Beruf und allein in Kairo gibt es 4.500 davon. Das sorgt für eine Stimmenvielfalt, die auch nerven kann. Jetzt soll nur noch eine Stimme von allen Minaretten schallen - und die auch noch aus der Konserve.

Südafrika: 50 Jahre Ladysmith Black Mambazo

Sie sind älter als die Rolling Stones und in Afrika auch berühmter: Mit einer Reihe Gratis-Konzerte in Südafrika feiern die A-capella-Sänger von Ladysmith Black Mambazo ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum. Als sie 1960 begannen ahnte keiner, dass ihr aus Zulu- und Kirchenchorälen entwickelter Stil geeignet wäre, die Weltmusik zu erobern. Inzwischen hat Ladysmith Black Mambazo weltweit sieben Millionen Alben verkauft und schon drei Mal den Grammy geholt.

Pakistan: Flutwelle erreicht Bhutto-Mausoleum

Seit einem Monat kämpfen die Menschen in Pakistan mit der schwersten Flutkatastrophe in der Geschichte des Landes. Mehr als 17 Millionen Pakistaner sind mittlerweile betroffen, in vielen Regionen gibt es bereits Durchfallerkrankungen, weil die Fluten die Brunnen und das Grundwasser verdreckt haben. Im Norden des Landes gehen die Pegel zumindest langsam zurück, dafür schiebt sich die Flutwelle immer weiter Richtung Süden vor. Mittlerweile hat sie auch die Region um das Mausoleum der Familie Bhutto erreicht - die Grabstätte der 2007 ermordeten ehemaligen Ministerpräsidentin des Landes. Das Mausoleum liegt zwar zu hoch, um direkt betroffen zu sein, dennoch sind die Auswirkungen der Naturkatastrophe auch hier deutlich zu spüren.

China: Wetterkatastrophen nehmen zu

Und während die Welt auf Pakistan blickt, wird auch China seit Monaten von Hochwassern heimgesucht. Fast 4.000 Menschen kamen dabei seit Beginn des Jahres ums Leben oder werden noch immer vermisst. Entspannung ist kaum in Sicht, weil überall im Land bereits neue Unwetter vorhergesagt wurden. Überhaupt, warnen Experten, werden die extremen Wetterlagen in China in Zukunft weiter zunehmen.

USA: Sorge vor dem Drogenkrieg in Mexiko

"Barbie" - diesen Spitznamen hat man Edgar Valdez Villarreal gegeben. Weil er für Mexiko eine vergleichweise helle Haut hat. Aber das ist auch das einzige, was Valdez mit einem Püppchen gemein hat. Valdez war einer der meistgesuchten Drogenbosse des Landes, nun ist er von der mexikanischen Polizei gefasst worden. Doch Mexiko ist weit davon entfernt, den Drogenkrieg unter Kontrolle zu bringen - was auch immer mehr die USA nervös macht.

El Salvador: Straflosigkeit nach dem Bürgerkrieg

Der Bürgerkrieg in El Salvador von 1980 bis 1991 gilt als einer der brutalsten und gewalttätigsten in ganz Lateinamerika: 75.000 Menschen starben, 10.000 verschwanden spurlos, und anderthalb Millionen Menschen waren auf der Flucht. Aufgearbeitet wurde diese Zeit bis heute allerdings nur halbherzig: Täter von damals laufen immer noch frei herum und die Politik verfährt nach dem Motto: abhaken und neu anfangen. Mit fatalen Folgen für die Gegenwart.

Redaktion: Oliver Pieper

Moderation: Jörg Brunsmann

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