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Terrorismus

Todesstrafe für Attentäter von Mumbai

Der einzig überlebende Angreifer der Terror-Anschläge im indischen Mumbai ist zum Tode durch den Strang verurteilt. Der 22jährige Pakistaner hatte Ende 2008 mit neun anderen Kämpfern fast 170 Menschen umgebracht.

Angeklagter mit Maschinenpistole im Bahnhof von Mumbai (Foto: AP)

Wichtiges Beweisfoto: Der Pakistaner Kasab mit Maschinenpistole im Bahnhof von Mumbai

Ausgesperrte Zuschauer hinter einer Barrikade (Foto: AP)

Der Prozess weckte größtes Interesse in der indischen

Vor dem Sondergericht in Mumbai sagte Richter M.L. Tahaliyani am Donnerstag (06.05.2010), die Todesstrafe gegen Mohammed Ajmal Kasab sei in vier Anklagepunkten - darunter Mord und Kriegsführung gegen Indien - verhängt worden. In fünf weiteren Punkten habe er sich für lebenslange Haft ausgesprochen. Staatsanwalt Ujjwal Nikam sprach von einem "Agenten des Teufels selbst, eine Schande für die Gesellschaft und die ganze Menschheit". Die Todesstrafe wird automatisch vom Obersten Gericht Mumbais überprüft. Sollte auch dort das Strafmaß bestätigt werden, kann Kasab noch beim indischen Verfassungsgericht Berufung einlegen.

Verteidigung verlangte Milde

Eineinhalb Jahre nach den verheerenden Angriffen in der westindischen Finanzmetropole folgte das Sondergericht mit seinem Urteil den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte in dem Verfahren gegen den 22 Jahre alten Attentäter aus Pakistan wegen dessen jugendlichen Alters um Milde gebeten.

Das Verfahren gegen Kasab war einer der bislang schnellsten Terrorprozesse in Indien. Die Todesstrafe wird dort eher selten verhängt.Berufungsverfahren dauern in der Regel mehrere Jahre. Derzeit warten mehr als 50 Verurteilte in indischen Gefängnissen auf ihre Hinrichtung oder auf eine Begnadigung durch Präsidentin Pratibha Patil. Die letzte Hinrichtung fand 2004 statt.

Soldaten vor einem Luxushotel (Foto: dpa)

Die Terroranschläge hielten die Armee drei Tage lang in Atem

Der Angeklagte saß bei der Verkündung des Schuldspruchs mit gesenktem Kopf da und zeigte keinerlei Regung. Im Juli hatte er überraschend ein Geständnis abgelegt, das er später allerdings unter Hinweis auf Folterungen widerrief. Allerdings zeigen ihn Fotos, wie er mit einem Gewehr in der Hand durch den Bahnhof in Mumbai geht. Dort allein starben 58 der insgesamt 166 Opfer der Attacke der radikal-islamischen Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba auf Luxushotels und anderen Gebäude. Unter den 26 ausländischen Opfern waren auch drei Deutsche.

Belastung für Friedensgespräche

Die Anschläge von Mumbai belasten die Beziehungen zwischen den südasiatischen Atommächten Indien und Pakistan bis heute. Indien setzte danach die Friedensgespräche mit dem Nachbarland zunächst aus.

Autor: Gerd Winkelmann (dpa, rtr, apn, afp)
Redaktion: Oliver Samson

dw.de

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