In geringen Mengen wirkt Alkohol anregend und stimmungsaufhellend. In größeren Mengen hingegen berauscht er und hemmt das Reaktionsvermögen. Die erste Reaktion ist angenehm: Die Gefäße erweitern sich, der Kreislauf wird angeregt, man fühlt sich fit. Ist Alkohol erst im Blut, entfaltet er seine zunächst positive Wirkung im Gehirn. Er greift massiv in die Kommunikation der Nervenzellen ein. Dabei hemmt er diejenigen Prozesse, die mit Aufregung, Stress und Selbstzweifeln zu tun haben. Außerdem führt Alkohol dazu, dass im Belohnungszentrum des Gehirns mehr Dopamin ausgeschüttet wird, eines der sogenannten Glückshormone. Eine entspannte Euphorie macht sich breit.
Achtung Suchtgefahr
Diese erste positive Wirkung von Alkohol ist aber auch die Quelle der Alkoholsucht. Denn die Zellen im Körper lernen das Muster sehr schnell. Bei Problemen, Ängsten oder Stress beruhigt Alkohol und löst die Anspannung. Nach dieser Wirkung verlangt der Körper dann immer wieder. Laut Weltgesundheitsorganisation sind für Frauen je nach Körpergewicht und Konstitution bis maximal 20 Gramm reinen Alkohols pro Tag unschädlich, das entspricht etwa einem 0,2 Liter Glas Wein oder einem halben Liter Bier. Männer dagegen vertragen doppelt soviel. Außerdem sollte man diese Mengen nicht an mehr als fünf Tagen in der Woche zu sich nehmen.
Alkoholkonsum beeinträchtigt den Körper von Jugendlichen generell sehr viel stärker als bei einem erwachsenen Menschen. Das liegt daran, dass die Entwicklung der Organe noch nicht abgeschlossen ist. Die vollständige Reifung des Gehirns kann sogar bis zum 20. Lebensjahr andauern! Und noch nicht ausgereifte Organe sind eben viel anfälliger für die im Alkohol enthaltenen Giftstoffe.
Zuviel Alkohol zerstört
Das Enzym Alkoholdehydrogenase, ADH, ist für den Abbau des Alkohols im Körper verantwortlich. Es wird vor allem in der Leber produziert. Die Menge an ADH im Körper ist von Person zu Person unterschiedlich und bestimmt, wie schnell der getrunkene Alkohol im Körper abgebaut wird. Wie viel Alkohol ein Mensch verträgt, ist aber noch von vielen weiteren Faktoren abhängig. Im Allgemeinen haben Ostasiaten, die indigenen Völker Amerikas, und Australiens Aborigines eher geringe Mengen ADH im Körper.
Die Leber muss mehr als 90 % des Alkohols abbauen. Wer dauerhaft zuviel trinkt, bekommt eine Fettleber, Leberentzündung, Leberzirrhose. Meist sind die Schäden dann irreversibel. Auch das Gehirn leidet schwer unter permanentem Suff. Es sterben jede Menge Hirnzellen ab – das können bei einem Vollrausch mehrere tausend sein! Die geistige Leistungsfähigkeit läßt immer mehr nach. Nicht nur das zentrale nervensystem ist bettroffen, auch die peripheren Nervenzellen, die für Reflexe verantwortlich sind, werden angegriffen. Das kann zu zum Beispiel zu Lähmungen in den Beinen führen.
Alkohol kann auch zur akuten oder chronischen Enttündung der Bauchspeicheldrüse führen. Da sie die Hormone Insulin und Glukagon produziert, die den Blutzuckerspiegel regulieren, können Trinker dann an Diabetes erkranken. Außerdem kann das Herz verfetten, was seine Pumpkraft verringert. Herzmuskelerkrankungen, Herzrhythmusstörungen und Durchblutungsstörungen sind die Folge. Der Mund- und Rachenraum wird anfällig für Krebserkrankungen. Die Speiseröhre bekommt Krampfadern. Wenn es dann zu Blutungen kommt, lassen sich diese kaum noch stillen. Die Betroffenen verbluten, wenn nicht sofort Hilfe kommt. Und, und, und….