Die Klimakatastrophe ist schon da. Die Umwelt verändert sich – mit schlimmen Folgen für viele Länder. Um diese Länder zu retten, fordern ihre Regierungschefs sofortige finanzielle Hilfe von der Europäischen Union.
Nur die Spitze des Eisberges: Der Klimawandel wird immer deutlicher
"Stellen Sie sich vor, Ihr gesamtes Heimatland würde ein oder zwei Meter unter Wasser stehen. Das ist das, was mir bereits passiert! Mein Land ist kurz davor zu ertrinken." Das sagte der Präsident des Inselstaates Mikronesien, Emanuel Manny Mori, auf einer internationalen Konferenz. Bei den Europäischen Entwicklungstagen in Stockholm im Oktober 2009, forderte er wie viele andere Regierungschefs von Entwicklungsländern finanzielle Unterstützung durch die EU.
Diese Hilfe soll speziell dafür gezahlt werden, Umweltprobleme zu bekämpfen – zusätzlich zu der schon vereinbarten Entwicklungshilfe. Experten schätzen, dass die Entwicklungsländer im Jahr 2020 etwa 100 Milliarden Dollar für die Folgen des Klimawandels brauchen. Der Präsident der EU-Kommission, José Barroso, sagte, dass die Industriestaaten mit ihrem Lebensstil das Klima beeinflusst haben. Deshalb sind sie verantwortlich und sollten Hilfen für die Entwicklungsländer zahlen.
Nicht nur Inselstaaten wie Mikronesien haben Probleme. Viele afrikanische Staaten können wegen Wassermangels kaum etwas ernten. Aber auch sehr nördliche und kalte Regionen sind betroffen: Das Eis in Kanada schmilzt. Dadurch geht die Heimat der Eskimos verloren. Mary Simon, Präsidentin der Eingeborenen in Kanada fordert daher 20 Milliarden Dollar Soforthilfe von der EU.
Trotz der Wirtschaftskrise sind die Bürger in Europa bereit, mehr Entwicklungshilfe zu zahlen. Das zeigt eine Umfrage der EU-Kommission. Die EU geht davon aus, dass viele Industrienationen den Entwicklungsländern bei den Umweltproblemen helfen werden. Aber sie befürchtet auch, dass die Geberländer kein Geld mehr für andere wichtige Projekte in Entwicklungsländern bereitstellen.
Glossar
Umwelt, die – die Erde; der Lebensraum von Menschen, Pflanzen und Tieren
Folge, die – die Konsequenz
Regierungschef, der – politischer Repräsentant eines Staates
ertrinken – sterben, weil man zu lange unter Wasser war
Entwicklungsland, das – ein Land wirtschaftlich wenig entwickelt ist
Unterstützung, die – die Hilfe
etwas vereinbaren – etwas beschließen
Entwicklungshilfe, die – meist finanzielle Unterstützung der armen Länder durch Industrienationen
schätzen – hier: eine ungefähre Zahl sagen; vermuten
Industriestaat, der – Staat, in dessen Wirtschaft die Industrie der wichtigste Faktor ist
Mangel, der – die Tatsache, dass von etwas zu wenig da ist
ernten – einsammeln, was man auf dem Feld angebaut hat, z.B. Obst und Gemüse
betroffen sein – hier: geschädigt sein
schmelzen – durch Hitze flüssig werden
Umfrage, die – die Untersuchung, bei der viele Menschen die gleiche Frage gestellt bekommen
von etwas ausgehen – mit etwas rechnen, etwas vermuten, glauben
Geberland, das – das Land, das einem anderen Land finanzielle Hilfe gibt
bereitstellen – zur Verfügung stellen; anbieten
Fragen zum Text
1. Viele Entwicklungsländer fordern EU-Hilfen, um …
a) die Konsequenzen des Klimawandels zu bekämpfen.
b) Lebensmittel einzukaufen.
c) den Lebensstil der Europäer zu kopieren.
2. Viele Inselstaaten haben Probleme, weil …
a) es bei ihnen einen großen Wassermangel gibt.
b) durch den Klimawandel das Wasser der Meere sinkt.
c) durch den Klimawandel das Wasser der Meere steigt.
3. Welche Aussage stimmt nicht: José Barroso findet, dass die Industriestaaten …
a) das Klima beeinflusst haben.
b) keine Schuld am Klimawandel haben.
c) mit verantwortlich für den Klimawandel sind.
4. Welche Form ist richtig: Die Industrienationen sollen für den Kampf gegen den Klimawandel Geld …
a) bereitstellen.
b) vereinbaren.
c) ernten.
5. Welches Verb ist richtig: Von der Klimakatastrophe sind viele Länder …
a) getroffen
b) betroffen
c) angetroffen
Arbeitsauftrag
Auf den nächsten Klimakonferenzen müssen die Industrienationen davon überzeugt werden, dass ihre Hilfe für die Entwicklungsländer wichtig ist. Schreiben Sie eine kurze Rede mit einigen Argumenten für die Unterstützung der Entwicklungsländer.
Autor: Bernd Riegert/Vanessa Kunke
Redaktion: Shirin Kasraeian