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DW-TV: Dirk Martin ist im Studio, Präsidiumsmitglied des Verbandes „Die jungen Unternehmer – BJU“, herzlich Willkommen. Herr Martin, wir haben es im Beitrag gerade gehört, der Unternehmer sagte Bachelor- Absolventen würde er nicht einstellen. Sie sind selber Unternehmer – würden sie es tun?

Dirk Martin: Auf jeden Fall würden wir Bachelor einstellen, weil wir einfach glauben, dass die Qualifikation nach drei Jahren Studium durchaus ausreicht für viele Bereiche, die wir haben. Deshalb setzen wir heute schon Diplomleute von der Fachhochschule ein und es gibt vielleicht einige Bereiche, wo man sagt: der muss mehr mitbringen, deshalb muss er noch den Master machen und dann gucken wir speziell nach einem Master.

DW-TV: Aber einige Unternehmer scheinen zu glauben, dass die Qualität eben nicht stimmt, dass die drei Jahre eben nicht ausreichen. Irgendwo müssen die Vorteile ja herkommen.

Dirk Martin: Ich kann das nicht nachvollziehen. Vielleicht liegt es ein bisschen daran, dass wir Deutschen immer erstmal alles anzweifeln, was neu ist, denn was wir ja schon durchaus sehen, ist dass die Diplom- Abschlüsse an der Fachhochschule auch nach drei Jahren gemacht werden und die Leute sind hervorragend angesiedelt in der Wirtschaft und auch im Ingenieursbereich. Also von der Seite gibt es meiner Meinung nach gar keinen Grund, daran zu zweifeln, dass ein Bachelor nichts wert ist in Deutschland.

DW-TV: Dann nennen sie uns doch einfach mal ein paar Vorteile des Bachelor- Abschlusses.

Dirk Martin: Ich denke, der größte Vorteil ist, dass man einfach viel früher fertig wird. Das heißt, man kann schneller als Absolvent Geld verdienen und wir als Unternehmen können viel früher mit den Leuten zusammen arbeiten und sie dann spezifisch für unsere Dinge, die wir brauchen, ausbilden. Und von der Seite ist der größte Vorteil der Zeitgewinn.

DW-TV: Und was ist mir dem Vorwurf, den wir auch im Beitrag gehört haben, dass gar keine Lebenserfahrung da ist?

Dirk Martin: Ich denke, die Lebenserfahrung kann man auch im Unternehmen bekommen. Ich denke insbesondere, wenn wir in die nächsten Jahre sehen, werden wir Facharbeitermangel haben. Umso besser wäre es dann, wenn wir die Leute früher von der Uni in die Wirtschaft einbinden könnten und ich glaube, dass das eher ein Vorteil als ein Nachteil ist.

DW-TV: Die neue Regierung will jetzt noch mal richtig Geld in die Hand nehmen und auch noch mal and er Reform arbeiten. Gibt es denn etwas, das sie erwarten auch als Verband der jungen Unternehmer?

Dirk Martin: Ja, wir erwarten, dass ganz viele Investitionen in die Bildung hinein laufen, weil wir denken, dass die Bundesrepublik Deutschland ein Bildungsland werden wird und wir leben in der Zukunft davon, dass wir sehr gut ausgebildete Mitarbeiter und Menschen in dem Land haben. Und nur dann können wir die Probleme der Zukunft meistern. Also von der Seite her: viele Investitionen in die Hochschulen, viele Investitionen in die Schulen, aber auch in die Vorschulen bei der Kinderbetreuung. Das würden wir uns wünschen.

DWTV: Vielen Dank Dirk Martin erstmal bis hierher. Also es ist nicht wichtig, wie der Abschluss heißt, sondern wie er vermittelt wird.

DW-TV: Dirk Martin ist bei uns vom Verband „Die jungen Unternehmer - BJU“ und selbst Unternehmer und zwar der PMCS- Gruppe, ein Softwareunternehmen - also genau der Richtige an dieser Stelle für uns. Herr Martin, wieso sind Unternehmen scheinbar nicht in der Lage, die Kontrolle über so sensible Daten zu behalten?

Dirk Martin: Ich glaube, es liegt daran, dass einfach die Netzwerke komplexer geworden sind, dass die Strukturen komplexer geworden sind, die Daten werden immer größer und dadurch auch besser und es wird deshalb komplexer, diese zu kontrollieren.

DW-TV: Aber Irgendeine Lösung, eine Maßnahme dafür muss es ja geben. Man kann das ja nicht so im Raum stehen lassen…

Dirk Martin: Das ist richtig. Man kann sehr viel an den Prozessen schrauben, das heißt: Wo geht welcher Datensatz hin, wer hat mit diesem Datensatz zu tun und wie kann ich sicher stellen, dass dort beispielsweise kein Datenklau statt findet.

DW-TV: Und das wird nicht gemacht?

Dirk Martin: Ich weiß nicht, ob das nicht gemacht wird, es wird mit Sicherheit gemacht. Die Frage ist, ob gegen kriminelle Energien, die so langsam aufkommen mit den Daten, ob das ausreicht, denn das Thema ist, dass früher die Datenqualität nicht so gut war, so dass die Daten keinen Wert abgebildet haben. Heute haben die einen hohen Wert, deshalb gibt es Leute, die ein großes Interesse haben, dieses zu klauen, und deshalb kann es sein, dass die alten Regeln da einfach nicht mehr passen.

DW-TV: Gut, dann müsste man wenigstens sagen, es hat ein Gutes, dass diese Datenskandale statt gefunden haben: Dass man nämlich endlich die Aufmerksamkeit auf das Thema gelegt hat.

Dirk Martin: Sehe ich genauso, denn es heißt, wenn solche Dinge statt finden, kann man den Prozess verbessern, das heißt: Aha, dort ist eine Lücke da, dort ist vielleicht die Übergabe der Daten ein Problem. Deshalb: Wenn ich es kenne, kann ich das Problem lösen.

DW-TV: Vielen Dank, Dirk Martin vom Verband „Die jungen Unternehmer – BJU“

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