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Arthrose am großen Zehgelenk

Abnutzungserscheinungen am Gelenkknorpel können an allen Gelenken des Körpers auftreten, von der Schulter über Ellenbogen und Handgelenk bis zum Sprunggelenk. Besonders häufig betroffen sind jedoch Hüft-, Knie- und Wirbelsäulengelenke, weil sie im Alltag durch das eigene Körpergewicht und bei Bewegung am stärksten belastet werden. Weitere Risikofaktoren: angeborene Fehlstellung der Gelenke (z.B. X-Beine oder O-Beine), Verletzungen (z.B. Meniskusschäden, Kreuzbandverletzungen) und Operationen, die in einer Fehlstellung verheilt sind, langjährige Überlastung (z.B. durch harte körperliche Arbeit, Übergewicht oder Leistungssport). Der abgenutzte Gelenkknorpel wird spröde und weist eine ausgefaserte Oberfläche auf. Hiervon können sich bei plötzlichen Belastungen kleine Teile ablösen und das Gelenk von innen reizen, die Folge: Entzündungen und Schwellungen.

Die ersten Anzeichen einer Arthrose: Spannungsgefühle und Steifigkeit in den Gelenken. Typisch sind sogenannte Anlaufschmerzen: Zu Beginn einer Bewegung treten heftige Gelenkschmerzen auf, die während der Bewegung allmählich nachlassen. Mit zunehmender Abnutzung verstärken sich die Beschwerden. Anfangs macht sich die Arthrose vor allem bei stoßartigen Belastungen bemerkbar, zum Beispiel beim Bergablaufen. Fließende Bewegungen wie Radfahren sind häufig noch schmerzfrei möglich. Später kommen Ruheschmerzen oder sogar nächtliche Schmerzen hinzu. Sind die Gelenke überwärmt und gerötet, liegt dies an abgeriebenem Knorpel- oder Knochenmaterial, das Entzündungen hervorruft. Ärzte sprechen von einer sogenannten "aktivierten Arthrose".

Der Arzt kann den Verschleiß des Knorpels mittels Ultraschall sehen. Röntgenbilder und MRT-Aufnahmen zeigen, ob die Knochen schon betroffen sind. Die Gelenkspiegelung (Arthroskopie) ist eine Untersuchung des Kniegelenkes mit einem Spezialendoskop. Bei diesem Eingriff wird manchmal auch der Innenraum des Kniegelenks gespült, unebene Knochen werden begradigt und der Knorpel glatt gehobelt.

Da Arthrose nicht heilbar ist, geht es vor allem darum, den Gelenkverschleiß frühzeitig aufzuhalten - zum Beispiel indem man die Gelenke entlastet. Für Übergewichtige bedeutet dies, ihr Körpergewicht zu reduzieren. Das Allerwichtigste ist Bewegung! Durch die Bewegung der Gelenke ohne Belastung wird der Knorpel besser ernährt, was das Fortschreiten der Arthrose verlangsamt. Empfehlenswert sind Schwimmen oder Fahrrad fahren mit sehr leichten Gängen. Auch Krankengymnastik und physikalische Therapie (z.B. Massagen, Wärme- oder Kältebehandlung) verschaffen vielen Arthrose-Patienten Linderung.

Die wichtigsten Pfeiler der medikamentösen Therapie von Arthrose sind schmerzlindernde und entzündungshemmende Arzneimittel mit oder ohne Kortison. In schweren Fällen kann der Arzt das stark entzündungshemmende Kortison direkt in die Gelenke spritzen.

Implantat eines Gelenkknorpels

Neben der Implantation eines künstlichen Gelenks gibt es auch die Möglichkeit, das verschlissene Gelenk zu rekonstruieren. In akribischer Puzzlearbeit stellen Chirurgen bei Arthrosen im Fuß aus Knorpel und Knochenmaterial des Erkrankten einen funktionsfähigen Gelenkersatz her (Valenti-Methode).

Kritisch sehen Experten die freiverkäuflichen Nahrungsergänzungsmittel, die versprechen, die Knorpelzerstörung aufzuhalten: Glukosamin und Chondroitinsulfat sind Stoffe, die im Körper am Knorpelaufbau beteiligt sind. Beide werden als knorpelschützende Präparate angeboten, doch eine unabhängige US-Studie an 1.600 Patienten mit Kniegelenkarthrose hat gezeigt, dass beide Stoffe bei dieser Erkrankung unwirksam sind. Auch pflanzliche Produkte aus Teufelskralle oder Weidenrinde, die entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken sollen, verbessern die Situation im Gelenk nicht wirklich. Gleiches gilt für hochdosierte Vitamin E-Präparate und Wirkstoffe aus der Grünlippmuschel.