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Nur ein paar Zellen aus der Mundschleimhaut genügen, für ein individuelles Genprofil

Nur ein paar Zellen aus der Mundschleimhaut genügen für ein individuelles Genprofil

Alle Menschen sind verschieden. Und trotzdem so gleich. Jeder von uns trägt die gleichen Erbinformationen, bis auf winzige Abweichungen. 99,9 Prozent des Erbguts sind bei allen Menschen identisch – doch die individuellen 0,1 Prozent bestimmen, wie jeder einzelne zum Beispiel auf Fett oder Vitamine reagiert. Das persönliche Genprofil entscheidet darüber, wie der Mensch Nahrung verarbeitet.

Kleine Unterschiede - große Wirkung

Um dieses zu entschlüsseln, steht am Anfang einer Gen-Diät die Bestimmung der sog. Genpolymorphismen oder SNPs (Single Nucleotide Polymorphism) der Gene. Damit lassen sich selbst sehr kleine Unterschiede bzw "Abweichungen" im Erbgut einzelner Menschen ohne großen Aufwand aufspüren. Für die Analyse braucht es nur etwas Blut, oder etwas Mundschleimhaut, die mit einem Wattestäbchen abgerieben wird. Dabei erhält man intakte Körperzellen, die den genetischen Code (Desoxyribonukleinsäure, kurz DNA) enthalten.

Die Blutabnahme erfolgt in der Regel bei einem Arzt, die Gewinnung von Zellen aus der Mundschleimhaut kann auch ohne Arzt zu Hause erfolgen. In einem Labor wird aus den Zellen die DNA isoliert. Sie sitzt im Zellkern und ist Träger der Erbinformation. Die DNA hat die Form einer verdrehten Strickleiter; die Sprossen bestehen aus vier organischen Basen: Adenin, Guanin, Thymidin und Cytosin. AGTC – die "Bausteine des Lebens".

Ernährung nach Genplan?

Die Abfolge dieser Bausteine entscheidet auch darüber, wie

Bis zu 400 Euro kostet ein Gentest im Labor

Bis zu 400 Euro kostet ein Gentest im Labor

der Mensch seine Nahrung verwertet. Dann werden aus der DNA kurze Sequenzen geschnitten und mit einer Standard-Sequenz verglichen. Die Variation eines einzigen Bausteins kann beispielsweise das Risiko für Fettleibigkeit oder Herz-Kreislauf Erkrankungen erhöhen. Anhand der Ergebnisse sollen dem Patienten individuelle Ernährungsempfehlungen gegeben werden.

Allerdings entsprechen die Empfehlungen meist den allgemeinen Leitlinien gesunder Ernährung: viel frisches Obst und Gemüse, Milchprodukte, mehr Ballaststoffe, öfter Fisch, wenig Fleisch. Die 200 bis 400 Euro teuren Gen-Tests, die über Ärzte und auch im Internet angeboten werden, scheinen noch nicht ausgereift genug, um individuelle Ernährungspläne erstellen zu können. Ein komplexes Forschungsgebiet wie die Nutrigenomik wird in einer zu vereinfachten Form vermarktet. Verlässliche Ernährungstipps aufgrund von Genvariationen sind noch Zukunftsmusik.