Es ist wieder soweit: Wie jedes Jahr im August fliegt die Erde durch den gewaltigen Meteoritenschauer der Perseiden. Wenn das Wetter gut und es stockdunkel ist, blitzen am Nachthimmel unzählige Lichter auf.
Kreuzt die Erde den Schweif eines Kometen, leuchtet der Himmel
Wer besondere Wünsche hat, der sollte in den nächsten Nächten in den Himmel gucken. Denn wie jedes Jahr um die gleiche Zeit kreuzt die Erde die Bahn des Kometen Swift-Tuttle. Und das bedeutet: Es regnet förmlich Sternschnuppen.
Der Höhepunkt mit bis zu 100 Sternschnuppen (Meteore) pro Stunde sollte in diesem Jahr der 12. August sein. "Der Sternschnuppenschauer kann überall auf der Welt beobachtet werden", sagt Jakob Staude vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg. "Allerdings wird der dichteste Leucht-Regen gegen Mitternacht Mitteleuropäischer Zeit erwartet."
Also Augen auf. Denn pro Sternschnuppe wird, so heißt es ja, ein Wunsch erfüllt (wobei wir an dieser Stelle darauf hinweisen möchten, dass dies wissenschaftlich nicht bewiesen ist).
Nur heiße Luft
Der Sternschnuppe-Regen entsteht dadurch, dass der Komet auf seiner Reise unzählige, winzige Staubkörner verliert. Die zieht er in einem riesigen Schweif hinter sich her. Die Teilchen des Staubschweifs verteilen sich entlang der Kometenbahn um die Sonne. Wenn die Erde diese Bahn kreuzt, treten sogenannte Meteoritenschwärme auf. Die bekanntesten Meteoritenschwärme sind die im November zu beobachtenden Leoniden und die Perseiden.
Die Perseiden, die wir jetzt im August sehen, scheinen direkt aus dem Sternbild Perseus zu fallen - daher der Name. Sie stammen aber vom Kometen Swift-Tuttle. Der rast mit über 153.000 Stundenkilometern durchs Weltall und umrundet die Sonne alle 133 Jahre. Gerät sein Schweif ins Umfeld der Erde, rasen unzählige Staubpartikel mit hoher Geschwindigkeit in die Atmosphäre und bringen die Luftmoleküle zum Leuchten. Eine Sternschnuppe ist also nicht ein verglühendes Staubkorn, sondern - bitte nicht enttäuscht sein - nichts anderes als "heiße Luft".
Aber keine Angst - die heißen Staubteilchen werden niemanden treffen. Schon in einer Höhe von rund 60 Kilometern sind sie vollständig verdampft.
Früher wurden die Perseiden auch als Laurentiustränen bezeichnet, weil sie um den Namenstag des Märtyrers Laurentius erscheinen. Am 10. August 258 soll der Heilige in Rom auf einem glühenden Rost zu Tode gefoltert worden sein. Schon vor etwa 2000 Jahren haben die Chinesen eine Beobachtung dieser Sternschnuppen aufgezeichnet. In Europa wurden die Perseiden erst 811 beschrieben.
Autorin: Judith Hartl
Redaktion: Oliver Samson
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