Sie steigen nachts aus ihren Gräbern und saugen anderen das Blut aus: Vampire. Sie scheuen das Licht, mögen keine Kreuze und keinen Knoblauch. Reine Fantasie? Nicht nur, sagt die Wissenschaft.
Renaissance der Vampire
"Schmatzende" Toten
Das sind natürliche Verwesungserscheinungen, doch das war damals nicht bekannt. Man glaubte vielmehr, dass dieser Mensch noch nicht ganz tot sei. Er käme nachts heraus und fiele die Lebenden an. "Es hieß, ihm läuft noch die letzte Mahlzeit aus den Mund", so Crozier. Entweichende Leichengase wurden als "Schmatzen" des Toten aufgefasst. Die rätselhaften Todesserien würde man heute mit ansteckenden Krankheiten erklären. "Von Infektionen hatte man damals aber nicht die leiseste Ahnung", sagt Möbus.
Stattdessen ging man daran, den vermeintlichen Vampir im Grab unschädlich zu machen. Man schlug ihm einen Pfahl durchs Herz, trennte ihm den Kopf ab oder verbrannte die Leiche. Rund zwei Dutzend Vampir-Friedhöfe in Österreich, Serbien, Mexiko oder den USA sind bisher gefunden worden. Forscher gruben dort gepfählte und geköpfte Skelette aus. Einige fand man mit gekreuzten Oberschenkelknochen auf der Brust. An den Knochen waren vereinzelt noch Spuren der Tuberkulose erkennbar.
Die Spur führt nach Südost-Europa
Die deutlichste Spur führt ins Jahr 1732. Österreichische Chirurgen und Soldaten gingen damals einer Reihe verdächtiger Todesfälle im serbischen Medvegia nahe der türkischen Grenze nach und fanden angeblich sichere Beweise für Vampirismus. Historische Rekonstruktionen ergaben, dass um 1720 in Südosteuropa eine Tollwut-Epidemie wütete, der zahlreiche Menschen und Tiere zum Opfer fielen. Und Tollwut wird ja bekanntlich durch Bisse übertragen ....