Vorbei sind die Zeiten, in denen Drogendealer nur auf der Straße, am Bahnhof oder in Diskotheken ihre Geschäfte machten. Der illegale Drogenhandel im Netz boomt und ist vor allem für Jugendliche eine große Gefahr.
Ob Kokain, Spice oder Ecstasy - im Internet gibt es alles
Ein Einkauf im Internet kann schon mal mit einem tagelangen Horrortrip enden. Das wissen auch viele Jugendliche aus eigener Erfahrung. Viele von ihnen haben schon über Webseiten die inzwischen verbotene Modedroge Spice gekauft. Neben Cannabis, Kokain oder Ecstasy kann man online auch Zubehör bestellen, um selbst Drogen anzubauen. Manche dieser illegalen Internetseiten sind nur mit einem Passwort zu lesen, das man sich vorher von Insidern besorgen muss.
Dass Jugendliche nun auch per Mausklick an Drogen gelangen können, sieht Stefan Kahl, Drogen-Experte beim Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen, besonders kritisch. Er meint: "Bei Drogen, die im Internet verkauft werden, ist es ja so, dass die Wirkung überhaupt nicht abschätzbar ist. Ist das jetzt eine hohe oder eine geringe Dosierung? Das ist im Prinzip 'Russisches Roulette'." Da man im Netz so leicht an Drogen herankommt, glauben viele, dass diese harmlos sind.
Der Polizei sind beim Drogenhandel im Internet oft die Hände gebunden, vor allem wenn die Drogen auf ausländischen Webseiten angeboten werden. Trotzdem sind die Ermittler des Landeskriminalamtes manchmal im Kampf gegen den illegalen Internethandel erfolgreich. Sie haben zum Beispiel Hinweise auf jemanden bekommen, der im Internet Drogen verkaufte und per Post verschickte. So konnten sie 1200 Kunden in ganz Deutschland ausfindig machen. Aber es ist unmöglich, das gesamte Internet zu kontrollieren.
Glossar
per Mausklick – indem man mit der Computermaus etwas anklickt
Dealer, der – jemand, der/die Drogen verkauft
illegal – nicht erlaubt; vom Gesetz verboten
Netz, das – hier: das Internet
etwas boomt – etwas wird immer mehr
Horrortrip, der – schlimme Erlebnisse durch die Einnahme von Drogen
Modedroge, die – eine Droge, die von sehr vielen gekauft wird
Zubehör, das – hier: Geräte
etwas anbauen – etwas pflanzen
Passwort, das – ein Code, der verhindert, dass jeder Zugang hat
an etwas gelangen – etwas bekommen können
abschätzbar – so, dass man vorher wissen kann, wie etwas ist
Dosierung, die – die Menge an Wirkstoff, die eine Droge oder ein Medikament enthält
Russische Roulette, das – sprichwörtlich für: sehr gefährlich und nicht → abschätzbar
harmlos – nicht schädlich; nicht gefährlich
jemandem sind die Hände gebunden – jemand hat keine Möglichkeit, zu handeln; jemand ist hilflos
Ermittler/in, der/die – jemand, der bei der Polizei Verbrechen untersucht
jemanden ausfindig machen – jemanden nach langer Suche finden
Fragen zum Text
1. Welchen Einfluss hat der Drogenhandel im Internet auf Jugendliche? a) Immer mehr Jugendliche nehmen Drogen, seit man diese im Internet kaufen kann.
b) Weil man die Drogen so einfach kaufen kann, denken viele, dass sie nicht gefährlich sind.
c) Die Antwort steht nicht im Text.
2. Die Polizei kann … a) gegen ausländische Internetseiten, die Drogen verkaufen, nichts unternehmen.
b) inzwischen das Internet komplett kontrollieren und so Drogenhändler bekämpfen.
c) zwar die Drogendealer bestrafen, aber nicht deren Kunden.
3. Im Deutschen nennt man das Internet auch ... a) Netz.
b) Webnetz.
c) Webseite.
4. Was bedeutet der folgende Satz? "Manche dieser Webseiten sind nur mit einem Passwort zu lesen." a) Manche dieser Webseiten wurden nur mit einem Passwort gelesen.
b) Manche dieser Webseiten können nur mit einem Passwort gelesen werden.
c) Manche dieser Webseiten sollen nur mit einem Passwort gelesen werden.
5. Welcher Satz hat nicht die gleiche Bedeutung wie die beiden anderen? a) Es ist gelungen, über 1000 Kunden in ganz Deutschland ausfindig zu machen.
b) Man konnte über 1000 Kunden in ganz Deutschland ausfindig machen.
c) Über 1000 Kunden in ganz Deutschland sollen ausfindig gemacht werden.
Arbeitsauftrag Schauen Sie sich das angehängte Video an. Was wird hier alles als Droge genannt? Und welche weiteren Drogen kennen Sie? Tragen Sie in der Gruppe Ihre Ergebnisse zusammen und diskutieren Sie, welche Sie besonders gefährlich finden.
Autorin: Ulrike Hummel/Raphaela Häuser
Redaktion: Shirin Kasraeian