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Südkoreanische Produkte gehören oft zur weltweiten Spitzentechnologie, und die Koreaner setzen immer stärker auf grüne Technologien. Einiges davon präsentieren sie in diesen Tagen auf der Hannover Messe, denn Südkorea ist diesmal das Partnerland der weltweit größten Industrieschau. Aber auch deutsche Unternehmen orientieren sich trotz der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Lage immer stärker an Korea. Manuela Kasper-Claridge zeigt, welche Chancen Spitzentechnologie aus Deutschland in Korea hat, und was die besonderen Herausforderungen in dem Land sind.

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Auf dem Fischmarkt in Seoul. Martin Rotermund ist unterwegs, um Fisch für das Abendessen einzukaufen. Typisch für Südkorea: Hier muss er verhandeln. Der Deutsche spricht gut Koreanisch.

Die Scholle, mit der er liebäugelt, ist für das Essen mit Frau und Tochter zu groß und teuer. Doch nach 10 Minuten wird man handelseinig. Rotermund lebt schon seit 7 Jahren in Seoul. Er weiß, dass der Koreaner gerne hart verhandelt: "Natürlich, zunächst fragt er nach einem hohen Preis, dann gehe ich auf einen niedrigen Preis und sage ihm, dass er das zu diesem Preis machen muss, dann gibt er seinen Service dazu und noch einen kleinen Fisch und dann haben wir uns in der Mitte geeinigt."

Vor den Toren von Seoul hat der Deutsche für die Firma Rittal eine Produktion aufgebaut. 50 Koreaner arbeiten jetzt für das mittelständische Unternehmen und fertigen hochmoderne Schaltschränke. Deutsche Technik zu günstigen koreanischen Preisen – das ist das Ziel des Managers. Ende vergangenen Jahres wurde deshalb vor Ort in Südkorea mit der Produktion begonnen. Der Umsatz liegt zur Zeit bei rund 16 Millionen Euro im Jahr. Martin Rotermund, Geschäftsführer von Rittal Korea, setzt auf den koreanischen Markt:

"Wir haben eine extreme Wettbewerbsfähigkeit gewonnen, durch die lokale Produktion und wir können jetzt auf lokalem Marktpreisniveau anbieten und ich gehe davon aus, dass wir jetzt sehr starke Wachstumsraten im Markt erzielen werden."

Um erfolgreich zu sein, muss sich der Manager aber noch mehr einfallen lassen, beispielsweise ließ Rothermund kurzerhand einen LkW zu einem mobilen Ausstellungswagen umbauen. Und das ist nur eine seiner Ideen.

Wenn der koreanische Kunde wenig Zeit hat, dann kommen die Produkte eben zu ihm. So viel Service kommt an. Aus den nahen Bürogebäuden stürmen die potentiellen Käufer und unterziehen die Schaltschränke dem Härtetest. Fragen beantwortet Rotermund gleich vor Ort. Er ist von seinem Produkt begeistert, und das steckt an: "Wenn man hier Erfolg hat, dann hat man weltweit Erfolg. In Korea ist der Standard der Kunden, die Anforderungen sind extrem taff. Aber Sie haben ja gesehen, das Interesse war da. Also, ich bin zufrieden heute."

Über 100000 Arbeitsplätze haben deutsche Unternehmen in Korea geschaffen, zum Beispiel in der Provinz Jeollabuk, etwa 3 Autostunden von Seoul entfernt. Diese Region gehört zu den sonnenreichsten Koreas. Die Firma Solarworld baut hier gerade im Auftrag eines koreanischen Energieversorgers ein Solarkraftwerk.

Das Geschäft mit erneuerbaren Energien steht in Korea erst am Anfang, aber das Entwicklungspotential enorm. Denn Südkorea will umsteuern und die Abhängigkeit von Energieimporten verringern, deutsche Unternehmen nutzen das. Byong-Seon Jang, Mitarbeiter bei Solarworld Korea erklärt: "Heutzutage bauen wir mehrere Solaranlagen. Es gibt in Korea jetzt schon Solarkraftwerke für 300 Megawatt. Hier in der Gegend liegt die Sonneneinstrahlung bei 1500 Kilowatt die Stunde pro Quadratmeter. Das ist deutlich höher als in nördlichen Regionen Europas."

Solarworld ist mit einem koreanischen Partner ein Joint-Venture eingegangen und fertigt seit einigen Monaten vor Ort Solarmodule. Jörg Wallberer baut die Produktion auf. Ständig werden die Arbeitsabläufe optimiert. Über 60 Millionen Dollar wurden hier investiert. Noch läuft nicht alles rund. Manchmal liegt das auch an Mentalitätsunterschieden.

Bei Teamsitzungen mit der koreanischen Führungsebene bei Solarworld sagt der deutsche Manager klar, was ihm nicht gefällt. Die Koreaner formulieren eher indirekt. Jörg Wallberer, Vorstand von Solarworld Korea: "Es läuft jeden Tag einiges schief. Die Mitarbeiter lernen dazu. Aber ich glaube, dass das verglichen mit anderen Produktionsstätten ein ganz normaler Prozess ist. Das muss sich erst einmal wie in einer Beziehung zurecht ruckeln."

Die Ähnlichkeiten zwischen beiden Ländern sind dann doch recht groß, Fußball ist Nationalsport und der koreanische Partner ließ in der Industrieanlage ein deutsches Herrenhaus bauen. Ausdruck der Verbundenheit. Jörg Wallberer ist seit Februar 2008 für Solarworld in Korea. Die Vorzüge der Anlage erklärt er so: "Wir müssen uns ja hier nur mal die Fläche anschauen. Da ist ja ungefähr noch 10 Mal soviel Platz wie wir schon bebaut haben, und dann kann man sich ausrechnen, dass wir hier noch 10 Mal soviel Kapazität installieren können."

Die Solarworld-Manager verbringen viele Abende mit Geschäftspartnern und Kunden. Meist bei einem guten Essen – das ist in Korea so üblich. Das Unternehmen ist den Koreanern fast so wichtig wie die eigene Familie - und der deutsche Partner gehört jetzt eben auch dazu.

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