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Kunst

Das Kunststück

Über Kunst kann man streiten, schöner ist es, sie sich anzuschauen. In unserer Rubrik "Das Kunststück" stellen wir jede Woche ein Kunstwerk vor: Skulptur, Fotografie oder Gemälde.

"Alicia: The Road can Change for You!" - Sara Dierck und Michael Dodge

Franz Kafka soll gesagt haben: "Die Liebe ist so unproblematisch wie ein Fahrzeug. Problematisch sind nur die Lenker, die Fahrgäste und die Straße." Hier macht die Straße eine Ausnahme und passt sich liebevoll an.

Sara Dierck lebt und arbeitet in Brooklyn, New York. Michael Dodge kommt aus Los Angeles. Zusammen bilden sie das Künstlerkollektiv "Coast to Coast Constructions". Die Arbeit "Alicia: The Road can Change for You!" ist 2007 im Rahmen des Provflux-Festivals in Providence, USA, entstanden.

"We like meat" - Kain Logos und Syru

Wandmalerei modern: In einer leerstehenden Tabakmanufaktur in Mailand / Italien ist dieses haarige und knochige Etwas entstanden. Die Arbeiter hätte es bestimmt gefreut.

Die Arbeit "We like meat" von Kain Logos und Syru wird zur Street Art gezählt. Die Künstler sprühen, kleistern und malen ungenehmigt Kunst in ganz Europa. Mit einfachen Graffiti hat das nichts mehr zu tun.

11 M - SpY

Der Zug auf dem Verkehrszeichen "11 M" des spanischen Aktionskünstlers SpY weint, er weint um die 191 Toten des Terroranschlags vom 11. März 2004.

Der spanische Streetartist SpY lebt und arbeitet in Madrid. Die Stadt ist seine Bühne, um seine Kunst und Ideen immer wieder gekonnt in Szene zu setzen.

concave_01 - Simon Boudvin

Wie war das noch bei Platons Höhlengleichnis? Die Dinge, die wir als real wahrnehmen, sind in Wahrheit nur Schatten und Abbildungen des wahren Seienden an den Wänden jener Höhle. Aber was ist, wenn die Höhle – wie hier in dieser Arbeit von Simon Boudvin – auch nicht echt ist?

Simon Boudvin wurde 1979 geboren und arbeitet in Paris. Sein Bild 'concave_01' stammt aus der Serie "exometrics". Boudvins digital nachbearbeitete Fotos sollen den Betrachter in ihrer coolen Perfektion irritieren.

wowPod – Aristarkh Chernyshev und Alexei Shulgin

Bislang überzeugte ein iPod vor allem auch durch seine klaren Linien. Beim wowPod der russischen Medienkünstler Aristarkh Chernyshev und Alexei Shulgin ist das ein bisschen anders. Hat ihn die gute Musik, die darauf gespeichert ist, aus der Form gebracht?

Aristarkh Chernyshev ist 40 Jahre, lebt und arbeitet in Moskau. Dort leitete er vier Jahre lang das Media Lab am National Center for Contemporary Arts. Der 45-jährige Alexei Shulgin ist in Moskau und Helsinki als Künstler, Musiker und Online-Kurator tätig.

Anarchitekton-Osaka – Jordi Colomer

Was will der Herr im Anzug mit seinem Demonstrationsschild im Häuserblock-Design erreichen? Dass so ein Block tatsächlich gebaut wird? Dann sollte er statt nach links wohl einfach mal geradeaus schauen.

Das Werk "Anarchitekton-Osaka" entstand 2004 und ist Teil einer Serie des spanischen Künstlers Jordi Colomer. Der 46-jährige Colomer reist für seine Werke um die ganze Welt. Sein letztes Projekt "En la pampa" entstand in der chilenischen Atacama-Wüste. www.jordicolomer.com

Excerpt of "Portraits of My Father's Imagination" – Jennifer Cohen

"Diamonds are a girl's best friend ..." - War es das, woran Jennifers Vater gedacht hat?

Jennifer Cohen hat an der Universität von Yale (USA) ihren Masterabschluss in Bildender Kunst gemacht und seither zahlreiche Ausstellungen realisiert.

The Buffer Zone – Sarah Anne Johnson (Courtesy of Stephen Bulger Gallery)

Wie gemalt: Eine Straße schlängelt sich durch die Natur.

Die Kanadierin Sarah Anne Johnson arbeitet seit mehreren Jahren als Fotokünstlerin. Im Jahr 2008 wurde sie mit dem mit 50.000 US-Dollar dotierten Grange Preis für zeitgenössische Fotografie ausgezeichnet. www.bulgergallery.com



Untitled (Styles, Crews, Flows, Beats) #1, #2 – Marijn van Kreij

In Argentinien aß ich oft in einem Restaurant mit Tischdecken aus Papier. In kleinen Körbchen wurden Buntstifte dazu serviert. Die Zeit, bis das Essen kam, konnte man sich also damit vertreiben, das Papier anzumalen, sich Notizen zu machen oder kleine Botschaften auszutauschen. Am Ende eines Essens war die Tischdecke in der Regel über und über bemalt – ein kleines Kunstwerk eben, das die Stimmung des Abends widerspiegelte.

Ob auch die niederländische Malerin Marijn van Kreij schon einmal in diesem Restaurant war, weiß ich nicht. Ihr Bild "Untitled (Styles, Crews, Flows, Beats) #1, #2" aus dem Jahr 2007 jedenfalls erinnert mich an viele schöne, farbenfrohe Abende in Buenos Aires.

Marijn van Kreij ist 30 Jahre alt und lebt und arbeitet in Amsterdam. Davor hat sie in Breda und Amsterdam Kunst studiert. www.marijnvankreij.nl

Sound – Filippo Minelli

Auch die Großstädter unter uns kennen diesen "Sound": Ein Kornfeld rauscht im Sommerwind. Fotos sind stumm und erzeugen im besten Falle so einige Sinneseindrücke beim Betrachter. Dieses hier macht seinen Job "augenfällig" gut.

Filippo Minelli ist 1983 geboren und stammt aus Brescia / Italien. Seine Arbeiten sind stark durch Graffiti-Kunst beeinflusst und tauchen meist in großen Städten, aber auch in ländlichen Räumen auf. Sein großes Thema ist 'urban communication', also der Kontrast von urbanen Strukturen zwischen Architektur, Mobilität, Kommunikation und Identität. http://www.filippominelli.com

Kuppel (Pentagon) – Christiane Löhr

Fragil, transparent und leicht: Die Skulptur "Kuppel (Pentagon)" regt zu vielen Umschreibungen an. Und dazu, dass man sie beschützen will. Doch – sie bleibt hermetisch. Rätselhaft ist allein die Frage, was ihr die Stabilität und Symmetrie verleiht.

Die Künstlerin Christiane Löhr ist 1965 in Wiesbaden geboren. Sie hat Mitte der 1990er-Jahre die Kunstakademie in Düsseldorf bei Jannis Kounellis als Meisterschülerin abgeschlossen. Neben Skulptur-Arbeiten entwickelt sie auch ein zeichnerisches Werk.

Covering – Tomáš Džadoň

"Fahren wir nächstes Jahr in die Berge, Schatz?" / "Ach nö, ich will lieber an den Strand." / "Aber wir waren doch schon die letzten drei Jahre am Meer. Ich sehne mich nach den Alpen." / "Das versteh ich schon, aber es geht doch nichts über feinen weißen Sand zwischen meinen Zehen." / "Sagst Du. Ich persönlich finde Wanderstiefel viel angenehmer. Ganz wie Du willst, dann fahr ich eben alleine ins Gebirge!"

Mit seinem Kunstwerk „Covering“ geht der slowakische Künstler Tomáš Džadoň dieser Diskussion auf einfallsreiche Art aus dem Wege.

Der 27-jährige Tomáš Džadoň hat in Bratislava, Prag und im finnischen Kankaanpää studiert und lebt derzeit in Marseille – am Meer. www.tomasdzadon.com

"4.12.08 - fox – Zionskirchstrasse"

NEOZOON ist als Kunstgruppe bisher durch Aktionen im öffentlichen Raum bekannt. Ihre Arbeitgrundlage ist das Verhältnis von Tier und Mensch im eigenen Revier, dem westlich urbanen Lebensraum. Ausgangsmaterial und zugleich Forschungsgrundlage von NEOZOON sind getragene und weggeworfene Pelzjacken und -mäntel. Die Abfallprodukte erfahren eine Umwertung durch das Behandeln und anschließende wieder Aussetzen in den öffentlichen Raum. Die Großstadt dient hier als Experimentierfeld, um den Umgang einer modernen Zivilisationsgesellschaft mit toten wie lebendigen Tieren nachzuspüren.

Die Gruppe NEOZOON lebt und arbeitet in Berlin und Paris.

http://www.neozoon.org/street/#home

Berlin After work 2004 – Eva Horstick-Schmitt

Eine Manga-Figur? Ein Foto? Nein, beides: "Photo meets Manga" ist das Motto einer Bilderserie der deutschen Künstlerin Eva Horstick-Schmitt, bei der sie Fotorealismus mit Mangazeichnungen kombiniert.

Eva Horstick-Schmitt hat Kommunikationsdesign studiert und ist seit Jahren als Fotokünstlerin erfolgreich. Derzeit lebt die 50-Jährige in Dortmund und New York. Mehr Infos unter: www.photomeetsmanga.de

Pink #3 – James Cooper

Man stelle sich vor: Während man genüsslich im Hotelpool seine Bahnen zieht, sprüht plötzlich jemand mit einer Farbdose im Wasser herum. Nicht gerade angenehm... aber äußert hübsch anzuschauen.

Der Fotograf James Cooper lebt und arbeitet auf den Bermudas. www.volcanic.bm/jamescooper

Court – Ursula Achternkamp und Fabienne Radi

Tennis in luftigen Höhen - mit Netz, aber ohne doppelten Boden.

Die 1975 in Rheine geborene Ursula Achternkamp studierte zunächst Sport- und Sozialwissenschaften, widmete sich aber bald der Kunst und lernte in Münster und Genf. Gemeinsam mit der Schweizer Künstlerin Fabienne Radi erstellte sie im Jahr 2005 ihre Installation "Court" im Arcoop Gebäude in Genf. www.ursula-achternkamp.de & www.fabienneradi.ch

The chase – Collectif Fact

So ordentlich aufeinander gestapelt sehen Autos in Filmen nach einer wilden Verfolgungsjagd in der Regel nicht aus.

Die Künstlergruppe Collectif Fact aus Genf besteht aus Claude Piquet, Annelore Schneider, Swann Thommen. Ihre Installation "The chase" war im vergangenen Jahr (2008) auf dem Autofriedhof Gürbetal zu sehen. www.collectif_fact.ch

Wishing Well – Michelle Blade

Ein Wunschbrunnen – wie schön wäre das. Man wirft eine Münze hinein in das rot-gelb-weiß-marmorierte Farbgemenge, konzentriert sich auf seinen Wunsch und - zack - schon geht er in Erfüllung. Die Künstlerin Michelle Blade übernimmt bestimmt keine Garantie, dass das wirklich klappt. Aber lädt mit ihrem "Wishing Well" zum Träumen ein.

Die Kalifornierin Michelle Blade ist 27 Jahre alt, hat Kunst studiert und lebt seit einigen Jahren in San Francisco, wo sie bereits zwei Einzelausstellungen realisieren konnte. http://www.michelleblade.com

Kopf 666 – Martin Mißfeldt

Ich sehe was, was Du nicht siehst... Denn jeder Betrachter entdeckt in Martin Mißfeldts Bild "Kopf 666" wohl etwas anderes.

Martin Mißfeldt malt, zeichnet und gestaltet Cartoons. Er hat freie Kunst bei Georg Baselitz an der Hochschule der Künste Berlin studiert. www.martin-missfeldt.de

Verwischt sind die Farben, aber zugleich ausdrucksstark: Das Bild zeugt von Wut und Kraft und ist Teil der Serie "Glaube, Hoffnung, Liebe..Verzweiflung", die während einer schweren Erkankung von Karin Kuhlmanns Ehemann entstand.

Die Grafikerin und Fotografin Karin Kuhlmann entdeckte 1996 den Computer als Medium für ihre künstlerischen Aktivitäten. Seitdem erstellt die 50-Jährige experimentelle Arbeiten oder arbeitet mit eigenen Fotos und 3-D-Programmen. www.karinkuhlmann.de




Sehr deutsch: ein Maschendrahtzaun, der ein Grundstück von den umliegenden abgrenzt. Selten sehen sie aber so schön aus wie der von Lace Fence. Kunstvoll verschlungene Drahtstränge ranken sich dort - was genau sie darstellen, bleibt der eigenen Phantasie überlassen.

Demakersvan ist ein holländisches Unternehmen für House Design.

Mickey Mouse ist eine nette, kleine Comicfigur, die immer ihren Freunden hilft? Sicher? Gottfried Helnwein hat "The Darker Side of Playland" untersucht und dabei festgestellt: Mickey Mouse ist nicht süß!

Mouse I ist Teil der Bilderserie "The Darker Side of Playland". Gottfried Helnwein ist ein österreichisch-irischer Künstler. 1948 geboren zählt er heute zu den bekanntesten, aber auch umstrittensten deutschsprachigen Künstlern. www.helnwein.de



In der Sonne braten bekommt einen neue Bedeutung.

Der australische Künstler Jeremy Parnell legte im November 2005 sein gigantisches Spiegelei "Big chook" für die Skulpturenausstellung "Scultpures by the sea" an den Bondi Beach in Sydney. Die Skulptur wurde fotografiert von Clyde Yee.



Steht die junge Frau am Fenster und raucht versonnen nach draußen blickend eine Zigarette? Oder ist doch alles nur eine Illusion?

Der britische Fotograf Will Sanders liebt es, beim Betrachter Fragen aufzuwerfen. Das Foto stammt aus der Serie "u r ok by me". http://www.willsbook.com

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