Experten wissen: "Der Kölner nimmt auch ernste Dinge mit Humor. So gestelzte, hochgestellte Sachen, dafür hat er keinen Sinn." Kölsch sei der Ausdruck für eine positive Lebenshaltung. Willi Nettesheim, nach Mitteilung der Stadt Köln einer der besten Kölsch-Sprecher, ist sichtlich stolz auf die heimische Mundart. "Kölsche Sprache, kölsche Tön', find ich ja wunderschön", singt er. Die Volkshochschule hat einen Erzähl- und Liederabend auf Kölsch organisiert.
Stroß und Leverwurst
Vor Nettesheim sitzen in lockerem Halbrund etwa 20 Gäste, zumeist ältere Damen, die schunkeln und mitsingen. Zur Einführung erläutert der Kenner: Statt "a" sagt der Kölner "o", also Stroß' und nicht Straße. Statt "b" heißt es "v", nicht Leberwurst sondern Leverwurst. Aus "g" wird wie bei Adenauer "j", und der häufig gebrauchte Ausspruch "Du bist ja jeck" ist nicht automatisch eine Beleidigung, kann vielmehr je nach Tonfall auch liebevoll gemeint sein. Neukölsch sei "Muckibud'" für Fitness-Studio oder "Komposti" für ältere Menschen.
Wie sag ich es dem Handwerker
Ein "ultimativer Reiseführer durch das rheinische Universum" soll das neue Buch des Kabarettisten Konrad Beikircher "Et kütt wie't kütt - Das rheinische Grundgesetz" sein. Darin gibt der 55-Jährige Autor "Überlebenshilfe für die Menschen von draußen" - etwa zum Thema Pünktlichkeit. Wenn ein Kölner Handwerker "jetzt" kommen soll, so erscheine er allerfrühestens am nächsten Morgen. "Sofort" bedeute in ein paar Wochen, "gleich" heiße quasi nie. Nur das Wort "direkt", so Beikircher, bedeutet: jetzt sofort. (pg)