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Politik

Hier brennt es: Konflikte in Afrika

Somalia: das Clan-Chaos

In Somalia herrschen Clans – mehr als 200 sind dort politisch aktiv. Einige schlossen sich Anfang der 1990er Jahre zusammen, um den Diktator Siad Barre zu stürzen. Danach brach die Koalition auseinander und die Clans bekämpften sich wieder gegenseitig. Den Truppen der UN und der USA gelang es nicht, den Bürgerkrieg zu beenden.

Warlords in Somalia

In Somalia herrscht seit mehr als zehn Jahren Anarchie. Der 14. Anlauf zum Frieden brachte zwar die derzeitige neue Regierung; sie ist aber gespickt mit "Warlords". Jeder von ihnen sollte einen Posten bekommen. So kommt Premierminister Ali Mohamed Gedi jetzt auf fast 90 Minister und Vizeminister. Die Regierung wurde zudem im kenianischen Exil gebildet und es ist unklar wo und wann sie in Somalia einen ständigen Sitz finden wird.

Bei den vielen Regierungsköpfen und Meinungen ist jede Entscheidung eine heikle Sache und möglicher Auslöser für Unruhen. Die Diskussion um Friedenstruppen aus Äthiopien zum Beispiel sorgte für aufgebrachte Demonstrationen tausender Somalis. Zudem sieht sich die Regierung dem Widerstand islamischer Extremisten und mehrerer Kriegsherren gegenüber. Denn die Clans kämpfen weiter: Anfang Juni sollen bei Kämpfen befeindeter Milizen 16 Menschen ums Leben gekommen sein.

Uganda: religiös gegen Regierung

In Uganda will die Rebellenbewegung "Lord's Resistance Army" (LRA) einen eigenen religiösen Staat an der sudanesischen Grenze gründen. Die Kämpfe dazu dauern bald zwei Jahrzehnte. Mittlerweile stehen auch der Sturz des Präsidenten Museveni und die Ahndung seiner Verbrechen auf dem Programm der Rebellen.

Ein Opfer der LRA

Museveni war einst der Anführer einer Widerstandsbewegung gegen die vorherige Diktatur. 1986 eroberte er die Hauptstadt Kampala und wurde kurz darauf Präsident. Seine Armee bestand zu einem großen Teil aus gekidnappten Kindersoldaten – auf diese Weise rekrutiert auch die LRA ihre Truppen: Sie überfallen Dörfer, verschleppen Kinder und Jugendliche, zwingen sie zu Gewalt gegen das eigene Volk und missbrauchen Mädchen. Die Hilfsorganisation Human Rights Watch vermutete allerdings in einem Bericht 2003, dass die Regierungstruppen ähnlich handeln, besonders in Bezug auf Missbrauch von Frauen und Mädchen.

Ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht: Noch im April 2005 sind rund 10.000 Kinder aus ihren Dörfern im Norden Ugandas geflohen. Die Übergriffe der LRA hatten sich nach gescheiterten Friedengesprächen mit der Regierung verstärkt.

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