
Die Wirtschaftsleistung Griechenlands ist auch 2011 erneut massiv eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt ging um 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. Das teilte die griechische Statistikbehörde in Athen mit.
Ursache der rasanten Talfahrt ist nach Einschätzung von Finanzexperten die Sparpolitik, die die griechische Wirtschaft abwürgt. Allein dieses Jahr muss Athen mehr als drei Milliarden Euro sparen. Die griechische Zentralbank war bis vor kurzem noch davon ausgegangen, dass die Wirtschaft des Landes 2011 nur um knapp vier Prozent schrumpfen werde.
Vergangene Woche hatte das Statistische Amt mitgeteilt, dass auch die Arbeitslosigkeit in Griechenland immer weiter steigt. Die Arbeitslosenquote betrug im November 20,9 Prozent und übertraf damit erstmals in der jüngeren Geschichte des Landes die psychologisch wichtige Grenze von einer Million Menschen. Insgesamt waren 1.029.587 Menschen ohne Job. Noch vor zwei Jahren lag die Quote im gleichen Monat bei 13,9 Prozent und im Oktober 2011 waren es 18,2 Prozent.
Auch portugiesische Wirtschaft schwächelt
Auch Portugal rutscht im Zuge des rigiden Sparkurses der Regierung immer tiefer in die Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt ist 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent geschrumpft, wie das nationale Statistikamt mitteilte. Das Minus fiel damit allerdings etwas geringer aus als Regierung und Zentralbank erwartet hatten. Die Wirtschaftsleistung war 2010 trotz der Krise im Euro-Raum noch um 1,4 Prozent gewachsen.
Das hoch verschuldete Land strich die Ausgaben drastisch zusammen und erhöhte die Steuern - im Gegenzug für 78 Milliarden Euro schwere Finanzhilfen von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF). Viele Maßnahmen werden sich erst im Laufe des Jahres bei den Verbrauchern bemerkbar machen. Für 2012 rechnet die Regierung mit einem Sinken der Wirtschaftsleistung von drei Prozent.
pb/fab (dpa/rtr)
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